Polizei Marburg-Biedenkopf

POL-MR: Aufmerksamer Bankangestellter verhindert Betrug Kein Geld für reisende Dachrinnenmonteure Polizei rät aus gegebenem Anlass zu Vorsicht bei Haustürgeschäften;

Marburg-Biedenkopf (ots) -

Aufmerksamer Bankangestellter verhindert Betrug
Kein Geld für reisende Dachrinnenmonteure 
Polizei rät aus gegebenem Anlass zu Vorsicht bei Haustürgeschäften 

Marburg 
Der Umsicht eines Bankangestellten verdankt eine 73-jährige 
Marburgerin, dass sie nicht Opfer reisender Handwerker wurde und eine
Dachrinnenreparatur überteuert bezahlte. 
Am Montag, 10. März gegen, 13 Uhr klingelte es an der Haustür der 
Seniorin. Mehrere Männer gaben in sehr schlecht verständlichem 
Deutsch  zu verstehen, dass die Dachrinne des Hauses marode sei. Als 
neues Unternehmen mit dem Ziel in der Gegend Fuß zu fassen, bot man 
die Reparatur für 150 Euro an.
Die Monteure gingen an die Arbeit und stellten dann eine neue 
Rechnung auf. Aus den tatsächlich gut 20 erneuerten Metern machten 
sie 40 und der Preis von 150 Euro gelte selbstverständlich für den 
laufenden Meter. Die Rechnung belief sich dann auf wie auch immer 
zusammengekommene stolze 19.000 Euro. Die geforderte schriftliche 
Rechnung erstellten die Handwerker mit der Begründung, dass dies die 
Angelegenheit nochmal um 20 Prozent verteuere nicht aus.
Für die73-jährige Frau war es ein Glück, dass sie soviel Geld nicht 
zu Hause hatte, denn der Bankangestellte, der bei der Geldabholung 
mit der Kundin ins Gespräch kam, witterte den Betrug und rief die 
Polizei.
Die anschließenden operativen Maßnahmen der Kripo Marburg führten 
dann zwar nicht zur Festnahme der Tatverdächtigen, aber sie blieben 
ohne Bezahlung.
Wie heute (Dienstag) bekannt wurde, versuchten die Monteure heute in 
der Marbach erneut eine Dachrinne zu sanieren. Sie trafen allerdings 
auf eine resolute Dame, die die Handwerker vertrieb.
Die Kripo Marburg bittet um Hinweise zu den reisenden Handwerkern.
Nach bisherigen Erkenntnissen benutzten sie ´neben einem schwarzen 
Pkw, einen weißen Kastenwagen und einen grünen VW Bus. Zumindest bei 
dem VW Bus steht fest, dass er mit ausländischen, vermutlich 
ungarischen Kennzeichen versehen war. Hinweise bitte an die Kripo 
Marburg, Tel. 06421/406-0.

Hintergrund:
Das sind nicht die ersten Fälle im Landkreis. Bereits am Freitag, 24.
Januar boten reisende Handwerke in Niederwald ihre Dienste an.
Obwohl letztlich die verlangten Kosten (5000 Euro) das ursprüngliche 
Angebot (120 Euro) um ein Vielfaches überstiegen, einigten sich der 
mit der Arbeit zufriedene Auftraggeber und der Handwerker. 
Einen Tag zuvor hatte die Kripo einen Lastwagen mit Frankfurter 
Ausfuhrkennzeichen kontrolliert, weil die ausländischen Insassen von 
Tür zu Tür gingen und ihre Handwerksdienste, auch in diesem Fall, 
Dachrinnenarbeiten, anboten. Zu Straftaten kam es nicht.
In Karben fiel im September 2013 ein 76-jähriger Mann reisenden 
Handwerkern gleich in doppelter Sicht zum Opfer. Nach der Arbeit 
folgte dem ursprünglichen Angebot, die Dachrinne für 400 Euro zu 
reparieren, eine Kostenforderung von 20.400 Euro. Der Preis sank nach
Androhen der Polizei schrittweise bis auf 6000 Euro, die der Mann in 
Begleitung der "Handwerker" vom Konto holte und übergab. Einen Tag 
nach der Aufregung kam der Mann wegen des Verdachts auf einen 
Herzinfarkt ins Krankenhaus.
Oft liegt in vielen ähnlichen Fällen weder Betrug noch Wucher vor.
Trotzdem ist die Beschäftigung von reisenden Handwerkern immer auch 
mit Risiken verbunden.
Die angebotene Dienstleistung zum vermeintlichen Schnäppchenpreis 
kann aus verschiedenen Gründen ganz schnell ganz teuer werden. 
Erfahrungsgemäß liefern diese Handwerker nicht fachgerechte Arbeiten 
mit minderwertigen Materialien ab und verursachen so enorme 
Folgekosten durch unumgängliche Sanierungsarbeiten. Die Mängel treten
dabei oft erst auf, wenn die Handwerker längst über alle Berge sind. 
Mangels vorhandener Verträge mit Auftragsbezeichnung und vereinbarten
Preisen und wegen der vielfach fehlenden Rechnungen rückt die 
Durchsetzung etwaiger Garantieansprüche in weite Ferne.
Wer also keinen Handwerker bestellt hat, sollte sich sehr wohl 
überlegen, ob er plötzliche scheinbar extrem günstige Offerten 
reisender Handwerker annimmt. 
Das Schnäppchen kann sehr schnell sehr teurer werden.
Was viele gar nicht wissen ist, dass sich derjenige, der reisenden 
Handwerker beschäftigt, unter Umständen selbst strafbar macht.
"Reisende Handwerker gehen einem Gewerbe nach. In Deutschland müssen 
sie daher eine Reisegewerbekarte haben. Privatpersonen dürfen 
Personen, die kein Gewerbe angemeldet haben und nicht über eine 
Reisegewerbekarte verfügen, nicht wissentlich tätig werden lassen. 
Wer es trotzdem macht, muss mit einem Bußgeld wegen einer 
Ordnungswidrigkeit durch Beauftragung von Schwarzarbeit rechnen."
Die Polizei rät: 
Verträge über Handwerksarbeiten sollten nie an der Haustür 
abgeschlossen werden. Holen Sie sich vor einer Auftragserteilung 
immer Angebote anderer, wenn möglich örtlicher Handwerksbetriebe ein 
und vergleichen Sie diese in Ruhe.
Fragen Sie bei der Handwerkskammer nach, wenn sich unbekannte Firmen 
bei Ihnen melden. Verständigen Sie im Zweifelsfall die Polizei.

Zusatz für die örtlichen Medien:
Bitte aufgrund der Aktualität die Presseinfo mit den 
Präventionshinweisen veröffentlichen.

Martin Ahlich 
ots Originaltext: Polizeipräsidium Mittelhessen

Digitale Pressemappe:
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