Polizei Marburg-Biedenkopf

POL-MR: Reisende Dachrinnenmonteure-Vorsicht bei Haustürgeschäften!!!

Marburg-Biedenkopf (ots) -

Reisende Dachrinnenmonteure
Vorsicht bei Haustürgeschäften 

Niederwald
Am Freitag, 24. Januar boten reisende Handwerke in Niederwald ihre 
Dienste an.
Obwohl letztlich die verlangten Kosten (5000 Euro) das ursprüngliche 
Angebot (120 Euro) um ein Vielfaches überstiegen, einigten sich der 
mit der Arbeit zufriedene Auftraggeber und der Handwerker. 
Einen Tag zuvor hatte die Kripo einen Lastwagen mit Frankfurter 
Ausfuhrkennzeichen kontrolliert, weil die ausländischen Insassen von 
Tür zu Tür gingen und ihre Handwerksdienste, auch in diesem Fall, 
Dachrinnenarbeiten, anboten. Zu Straftaten kam es nicht.
In Karben fiel im September 2013 ein 76-jähriger Mann reisenden 
Handwerkern gleich in doppelter Sicht zum Opfer. Nach der Arbeit 
folgte dem ursprünglichen Angebot, die Dachrinne für 400 Euro zu 
reparieren, eine Kostenforderung von 20.400 Euro. Der Preis sank nach
Androhen der Polizei schrittweise bis auf 6000 Euro, die der Mann in 
Begleitung der "Handwerker" vom Konto holte und übergab. Einen Tag 
nach der Aufregung kam der Mann wegen des Verdachts auf einen 
Herzinfarkt ins Krankenhaus.
Oftmals liegt in vielen ähnlichen Fällen weder Betrug noch Wucher 
vor.
Trotzdem ist die Beschäftigung von reisenden Handwerkern immer auch 
mit Risiken verbunden.
Die angebotene Dienstleistung zum vermeintlichen Schnäppchenpreis 
kann aus verschiedenen Gründen ganz schnell ganz teuer werden. 
Erfahrungsgemäß liefern diese Handwerker nicht fachgerechte Arbeiten 
mit minderwertigen Materialien ab und verursachen so enorme 
Folgekosten durch unumgängliche Sanierungsarbeiten. Die Mängel treten
dabei oft erst auf, wenn die Handwerker längst über alle Berge sind. 
Mangels vorhandener Verträge mit Auftragsbezeichnung und vereinbarten
Preisen und wegen der vielfach fehlenden Rechnungen rückt die 
Durchsetzung etwaiger Garantieansprüche in weite Ferne.
Wer also keinen Handwerker bestellt hat, sollte sich sehr wohl 
überlegen, ob er plötzliche scheinbar extrem günstige Offerten 
reisender Handwerker annimmt. 
Das Schnäppchen kann sehr schnell sehr teurer werden.
Was viele gar nicht wissen ist, dass sich derjenige, der reisenden 
Handwerker beschäftigt, unter Umständen selbst strafbar macht.
"Reisende Handwerker gehen einem Gewerbe nach. In Deutschland müssen 
sie daher eine Reisegewerbekarte haben. Privatpersonen dürfen 
Personen, die kein Gewerbe angemeldet haben und nicht über eine 
Reisegewerbekarte verfügen, nicht wissentlich tätig werden lassen. 
Wer es trotzdem macht muss mit einem Bußgeld wegen einer 
Ordnungswidrigkeit durch Beauftragung von Schwarzarbeit rechnen."
Die Polizei rät: 
Verträge über Handwerksarbeiten sollten nie an der Haustür 
abgeschlossen werden. Holen Sie sich vor einer Auftragserteilung 
immer Angebote anderer, wenn möglich örtlicher Handwerksbetriebe ein 
und vergleichen Sie diese in Ruhe.
Fragen Sie bei der Handwerkskammer nach, wenn sich unbekannte Firmen 
bei Ihnen melden. Verständigen Sie im Zweifelsfall die Polizei.

Martin Ahlich 
ots Originaltext: Polizeipräsidium Mittelhessen

Digitale Pressemappe:
http://www.polizeipresse.de/p_story.htx?firmaid=43648 

Rückfragen bitte an:

Polizeipräsidium Mittelhessen
Polizeidirektion Marburg-Biedenkopf
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Raiffeisenstraße 1
35043 Marburg
Telefon: 06421-406 120
Fax: 06421-406 127

E-Mail: poea-mr.ppmh@polizei.hessen.de
http://www.polizei.hessen.de/ppmh
Original-Content von: Polizei Marburg-Biedenkopf, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Polizei Marburg-Biedenkopf

Das könnte Sie auch interessieren: