Polizei Wetterau-Friedberg

POL-FB: BAG, Zoll und Polizei - "Schwere Jungs" auf der A 5 kontrolliert

POL-FB: BAG, Zoll und Polizei - "Schwere Jungs" auf der A 5 kontrolliert
BAG und Polizei arbeiten Hand in Hand

Friedberg (ots) - Autobahn 5: Bei Verkehrskontrollen geht nicht um die Strafe, sondern um die Sicherheit auf unseren Verkehrswegen. Eine Beanstandungsquote von 70% bei einer Großkontrolle des Schwerverkehrs am Montag auf der Autobahn zeigt, wie wichtig solche Aktionen sind.

Geballtes Wissen aufgefahren hatten die Beamten der Polizeiautobahnstation Mittelhessen auf der Raststätte Wetterau West auf der A 5. Neun Stunden lang kontrollierten sie vom Kleintransporter bis zum Sattelzug alles, was sich unter den Begriff Schwerverkehr fassen lässt. Das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) und der Zoll unterstützten die Kontrolle und gewährleisteten so, dass die Fahrzeuge und ihre Fahrer umfassend geprüft werden konnten, bevor sie wieder auf die Bahn durften.

Die kleinste "Kontrollierte" war gerade einmal zwei Jahre alt. Auf einer Bank in einem vollgestopften Kleintransporter aus Bulgarien entdeckten die Kontrolleure das Mädchen. Taschen, Haushaltgeräte und Möbelstücke waren rund um sie herum aufgestapelt, als Kindersitz diente eine Art Spieltraktorsitz. Ein starkes Bremsmanöver und man mag sich gar nicht ausmalen, was dem Kind alles hätte passieren können. Weiter ging die Fahrt so nicht. Erst nachdem das Fahrzeug umgeladen und das Kind ordnungsgemäß gesichert war, entließen die Beamten das Gespann aus Kleintransporter und Autoanhänger. Zuvor hatte der Zoll das Fahrzeug komplett ausgeräumt und durchsucht - nach möglicher Schmuggelware und Diebesgut, die sich in diesem Fahrzeug jedoch offenbar nicht befanden.

Ein Gerüstbauer musste zunächst neue Gurte beschaffen, mit der er seine Gerüstteile auf dem Fahrzeug nachsichern musste. Die Mitarbeiter einer Schreinerfirma mussten einen Teil ihrer Ladung erst einmal auf der Raststätte zurücklassen und konnten sie später mit einem geeigneten Anhänger und ordnungsgemäßer Ladungssicherung wieder abholen.

Insgesamt wurde 17 der 83 Fahrer die Weiterfahrt untersagt, bis beispielsweise die erforderlichen Sicherungsmaßnahmen oder technischen Reparaturen am Fahrzeug getätigt waren. Die Verstöße der 24 in Deutschland und 34 im Ausland zugelassenen "schweren Jungs" waren dabei so verschieden wie ihre Fahrer. Eine defekte Lichtanlage, fehlende Kontrollgeräte, eine gebrochene Bremsscheibe, Überladung, und reichlich Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeiten. Letztere kontrollierten vor allem die Kollegen des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG) und stellten sie bei deutschen wie ausländischen Fahrern gleichermaßen fest. Die Aufzeichnungen von 30 Fahrern waren nicht in Ordnung und somit zu beanstanden.

980 unversteuerte Zigaretten konnte der Zoll unter anderem in einem Sattelzug auffinden. Sie wurden sichergestellt und vom Fahrer eine Sicherheitsleistung erhoben.

So aufwändig wie solche ganzheitlichen Kontrollen in der Planung sind, so effektiv sind sie auch. Manche Fahrer scheuen die Kontrollen daher so sehr, dass sie versuchen die Kontrollstellen zu umfahren, die sich schnell über Funk und Handykommunikation unter den Fahrern rumsprechen. Da auch die Beamten dies wissen, arbeiten sie mit sogenannten Schleppern. Kolleginnen und Kollegen im Streifenwagen nehmen großräumig um die Kontrollstellen die Fahrzeuge auf und bringen sie mit einem "Bitte Folgen" zu den Kontrolleuren.

Viele Anzeigen wurden aufgenommen, Verwarnungsgelder ausgesprochen, Mängelkarten gefertigt und Sicherheitsleitungen von ausländischen Fahrzeugführern einbehalten. Selbst 1.200 Euro eines noch offenen Haftbefehls konnten die Beamten von einem Fahrer einnehmen, der damit seine Verhaftung abwendete. Am Ende war allen Kontrolleuren jedoch eines am wichtigsten: Kein Fahrzeug verließ die Kontrollstelle, welches durch die Müdigkeit seines Fahrers, die mangelnde Ladungssicherung oder einen technischen Defekt / Verschleiß zur Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer hätte werden können.

Sylvia Frech, Pressesprecherin

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