Polizei Wetterau-Friedberg

POL-FB: Kind wird von Mann in Nidda angesprochen - Vorsicht Stille Post

Friedberg (ots) - Nidda: Eine Meldung aus Nidda beschäftigt derzeit die Bürgerinnen und Bürger in der Großgemeinde Nidda. Über die sozialen Medien verbreitete sich die Nachricht wie ein Lauffeuer. Dabei trat inzwischen eine Art "Stille-Post-Effekt" auf, der den ursprünglichen Sachverhalt teils erheblich verfälschte.

Am Montagnachmittag berichtete ein 11-jähriger Sohn seinem Vater davon, dass er in Nidda von einem fremden Mann angesprochen wurde, der ihn auch am Arm anfasste. Gegen 14.20 Uhr soll sich der Vorfall in der Johanniterstraße in der Nähe der Brücke (zwischen Unter der Stadt und Bahnhofstraße) ereignet haben. Vater und Sohn berichteten später der Polizei von dem Mann. Er wird als 20 bis 45 Jahre alt, 1.80 m groß und schlank beschrieben. Bekleidet war er mit einer schwarzen Jeans, schwarzen Schuhen, schwarzem Sweatshirt und einer weißen Basecap mit schwarzer Aufschrift. Zudem soll er eine Tuch oder Schal getragen haben.

Die Polizei in Friedberg, Tel. 06031-601-0, bittet um Hinweise auf den Mann. Wer konnte ihn in der Nähe der Brücke sehen oder kann nähere Hinweise zu dem Vorfall machen?

Der 11-jährige Junge konnte sich selbst von dem Mann lösen und mit seinem Fahrrad davonfahren.

Immer wieder rufen Mitteilungen über verdächtige Personen auf den Schulwegen der Kinder Verunsicherungen bei den Eltern hervor. Die Information über tatsächliche Gefahren ist ein wichtiges Anliegen der Polizei, um Kinder zu schützen. Die Erfahrungen der Polizei zeigen jedoch, dass in Zeiten sozialer Netzwerke oft ungefiltert Informationen verbreitet werden, die nicht den Tatsachen entsprechen. Das führt zu falschen Ängsten und einer Abstumpfung gegenüber ersthaften Warnmeldungen.

Immer öfter melden sich verunsicherte Eltern bei der Polizei, die von "Männern in Kastenwagen" gehört haben, die ihren Kindern auflauern, oder die von "Personen, die Kinder ansprechen und verfolgen" berichten. Glücklicherweise können diese Eltern oftmals schnell beruhigt werden. In vielen Fällen sind die beunruhigenden Meldungen durch ein Phänomen entstanden, das man "Stille Post" nennen könnte, aber auch als Hoax (Falschmeldung/ Scherzmeldung) bekannt ist. Einer erzählt etwas, ein anderer schmückt es aus und am Ende kommt eine ganz neue Schilderung des Sachverhaltes heraus. Oft sind es auch Meldungen, die nur wieder aufgewärmt werden, weil sie ursprünglich bereits vor vielen Jahren im Netz kursierten und nun wieder weiterverteilt werden.

Kinder sind fantasievolle Menschen, die ihre Umwelt sehr gut einschätzen können. Bei der Wiedergabe ihrer Erlebnisse verbinden sie hin und wieder aber den Erfahrungsschatz aus anderen Bereichen mit den tatsächlichen Geschehnissen. So werden Eindrücke aus Erzählungen anderer oder aus dem Medienkonsum leicht in ihre Schilderungen eingebracht, oder Geschehensabläufe damit ausgeschmückt. Ist etwa das Thema "Umgang mit Gefahren" gerade im Unterricht durchgenommen worden, so sind Kinder hoch sensibel. Eine einfache Frage nach dem Weg, der ihnen von einem Fremden gestellt wird, kann dann schnell zu falschen Interpretationen führen.

Aber auch Eltern sollten ihre Fantasie, bei aller verständlichen Sorge um die Kinder, dann Einhalt gebieten, wenn es um die Verbreitung ungeprüfter Informationen geht. Glauben sie nicht alles, was auf dem Bildschirm ihres PC oder Handy als Meldung per SMS, Mail oder im Internet auftaucht. Der Nachrichtenursprung stammt oft vom "Hörensagen" und wird dann tausendfach verlinkt und "geliket", ohne jemals inhaltlich überprüft worden zu sein. So kommt es schnell zu vielen hundert Lesern, die diese Meldungen ebenso ungeprüft weitergeben und mit eigenem "Gehörten" weiter ausschmücken. Am Ende stehen Nachrichten, die unbegründet Ängste schüren. Aus dem Kind, was von einem Fremden angesprochen wurde, wird so in ganz kurzer Zeit das Kind, welches in ein Auto gezerrt werden sollte. Die Polizei geht jedem Hinweis auf verdächtige Ereignisse gegenüber Kindern nach. Genau dazu ist es aber notwendig, dass die Polizei überhaupt darüber unterrichtet wird.

Wenn ihrem Kind oder ihnen tatsächlich etwas aufgefallen oder passiert ist, dann kann es nur einen richtigen Weg geben: Informieren sie sofort die Polizei. In dringenden Fällen steht ihnen die Notrufnummer 110 immer zur Verfügung. Das gilt auch, wenn sie Zeuge einer Straftat wurden. Prägen sie sich Besonderheiten von Personen und Fahrzeugen ein, merken sie sich Kennzeichen und teilen sie diese unverzüglich der Polizei mit.

Bei zeitnahen Mitteilungen kann die Polizei sofort notwendige Überprüfungen vornehmen, so zur Aufklärung des Sachverhaltes beitragen und mögliche Gefahren aus dem Weg schaffen.

Prüfen sie jede Information die an sie herangetragen wird auf ihren Wahrheitsgehalt, bevor sie sie ungefiltert weitergeben. Die Polizei steht ihnen gerne zu jeder Tages- und Nachtzeit mit Rat und Tat zur Seite.

Sylvia Frech, Pressesprecherin

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