Polizei Wetterau-Friedberg

POL-FB: Handwerker als Opfer von Diebstählen - Schützen Sie sich!

POL-FB: Handwerker als Opfer von Diebstählen - Schützen Sie sich!
FEIN-Codierung

Friedberg (ots) - Wetteraukreis: Unter 1000 Euro liegt der Sachschaden fast nie, wenn Diebe sich an Fahrzeugen von Handwerkern zu schaffen gemacht haben. Dem rein materiellen Schaden folgt dann zudem oft ein Verdienstausfall, insbesondere wenn die Langfinger Spezialwerkzeuge mitgehen ließen.

Aus logistischen Gründen ist es oft unumgänglich, dass Mitarbeiter von Handwerksfirmen die Arbeitsfahrzeuge unter der Woche mit nach Hause nehmen. Dort findet sich nicht immer ein Platz, um sie in einer Garage oder auf einem abgeschlossenen Grundstück abzustellen. Auch auf Montage befindlich müssen die Fahrzeuge regelmäßig auf einem nicht überwachten Parkplatz stehen bleiben.

Werbung und Firmenlogos auf den Kleintransportern und PKW lassen häufig auch Laien leicht erkennen, dass es sich um ein Fahrzeug handelt, indem sich hochwertige Güter befinden könnten.

Ein nicht in einer Garage abgestelltes Fahrzeug aufzubrechen erfordert dabei keine besonderen Kenntnisse. Da zumeist keine Alarmanlage vorhanden ist, reicht oft das Einschlagen einer Scheibe, um Zugriff auf den Innenraum und damit auf die Wertsachen zu haben.

Kommt es tatsächlich zum Diebstahl ist der Ärger groß. Neben dem Schaden am Fahrzeug und dem Verlust von Werkzeug und Material, kann ein Verdienstausfall die Folge sein, gerade wenn Spezialwerkzeuge fehlen.

Die Tatorte sind überall

Im ganzen Kreisgebiet sind immer mal wieder Handwerker von den Diebstählen betroffen. Hier ein paar Beispiele von Werkzeugdiebstählen aus Handwerkerfahrzeugen in den letzten Wochen:

Bad Nauheim: Etwa 2500 Euro Schaden richteten Diebe in der Goldsteinstraße in der Nacht zum 30. Oktober an. Während der auswärtige Handwerker in einer Pension übernachtete schlugen die Täter die Scheibe zum Laderaum seines grauen Citroen Berlingo ein und entwendeten Schlagbohrmaschinen, Akkuschrauber und Bohrhammer.

Bad Nauheim: Am Erlensteg in Nider-Mörlen hatten es Diebe in der Nacht zum 10. Dezember auf den Inhalt eines grauen Citroen Jumper abgesehen. Baumaterialien und Werkzeuge im Wert von rund 5000 Euro entwendeten die Diebe aus dem Kleintransporter. Wie die Täter ins Fahrzeuginnere gelangten blieb unklar.

Nidda: In der Zimmermannstraße in Ulfa machten sich Auto-Aufbrecher in der Nacht zum 20. Oktober an einem weißen Opel Vivaro zu schaffen. Die Täter schlugen die Dreieckscheibe des Fahrzeuges ein und konnten so eine Tür öffnen und sich im Laderaum bedienen. Mehrere Werkzeugkisten und Maschinen im Wert von rund 4000 Euro entwendeten sie.

Karben: Zwei Heckenscheren, zwei Kettensägen, ein Freischneider und ein Werkzeugkoffer zählen zur Beute eines Diebstahls aus einem weißen VW Transporter in der Nacht zum 29. Oktober Am Tiefen Born in Okarben. Der Schaden für den Eigentümer belaufen sich auf 2000 Euro.

Rosbach: Einen schwarzen Opel Insignia brachen Diebe in der Nacht zum vergangenen Donnerstag, 07. Januar, im Ahornring in Nieder-Rosbach auf. Sie warfen die Scheibe des Fahrzeuges ein, um neben einem Akku-Schrauber einen Bit-Satz, einen Drehmomentschlüssel und einen Ratschenkasten zu entwenden. Auch die vier im Auto vorgefundenen Sommerkompletträder ließen sie bei dieser Gelegenheit mitgehen. Der Schaden liegt bei rund 2500 Euro.

Wöllstadt: Werkzeugkiste, Sägewerkzeug, Schleifwerkzeug und andere Handwerkszeuge im Wert von 1000 Euro fehlten verschwanden in der Nacht zum 03. Dezember aus einem weißen Fiat Ducato in der Wiesengasse in Nieder-Wöllstadt. Wie die Täter ins Fahrzeuginnere gelangten und sich an den Werkzeugen bedienten blieb unklar.

Die Suche nach dem Eigentümer

Bei der Anzeigenaufnahme fällt der Polizei immer wieder auf, dass Firmen nur unzureichende Angaben zu den gestohlenen Gegenständen machen können. Eine individuelle Kennzeichnung der Werkzeuge oder die entsprechenden Aufzeichnungen über die Individualnummern der Geräte fehlen regelmäßig.

Das führt dazu, dass eine Aufnahme in die Fahndungsdatei der Polizei erschwert oder gar unmöglich wird. Immer wieder können die Ermittler Werkzeuge aus Diebstählen sicherstellen, die dann keinem Eigentümer zugeordnet werden können und schließlich ans Fundbüro überstellt werden.

Kennzeichnen sie ihre Werkzeuge

Um die Werkzeuge ihrem rechtmäßigen Eigentümer zuordnen zu können, ist die Polizei auf die Mithilfe der Handwerksfirmen angewiesen. Folgende Tipps können helfen, die Suche nach dem Eigentümer zu erleichtern oder gar einen Diebstahl zu verhindern:

   - Notieren Sie die Individualnummern Ihrer Werkzeuge und Maschinen
     - am besten direkt auf der aufbewahrten Rechnung. Achten sie 
     darauf, dass es nicht die Seriennummern sind, denn sie sind  oft
     vielfach vergeben und stellen kein individuelles Merkmal dar. 
   - Lassen Sie besonders hochwertige Geräte wenn möglich beim 
     Hersteller registrieren. 
   - Kennzeichnen Sie Ihre Werkzeuge  individuell. Wichtig ist eine 
     nach außen hin sichtbare, möglichst unveränderliche 
     Kennzeichnung auf einem wesentlichen Teil des Gegenstandes (z.B.
     am Gehäuse) anzubringen. 

Dies ist möglich durch:

o eine farbliche Zeichnung

o das Einschlagen oder Gravieren der Firmenbezeichnung

o durch Einschlagen / Eingravieren der persönlichen FEIN (Friedberger-Eigentümer-Identifikations-Nummer)

F.E.I.N. - Was ist das?

Das System beruht auf einer einfachen Verschlüsselung der persönlichen Adress-Daten. Hessen nutzt den Gemeinde- und den kommunalen Straßenschlüssel, nach dem anonym und rechtlich unbedenklich die Herkunft gekennzeichneter Gegenstände schnell dargestellt werden kann.

Der F.E.I.N. Code muss so aufgebracht werden, dass er nicht wieder entfernt werden kann. Also durch Gravieren, Ätzen, Ritzen, Einbrennen oder auf manchen Oberflächen mit einem nicht wieder auswaschbaren Schreibgerät.

F.E.I.N. funktioniert schnell und sicher. Weil dieses System selbsterklärend ist, kann die Polizei in Hessen leicht den Eigentümer eines codierten Gegenstandes ermitteln. Andererseits können entwendete Objekte bei einer Kontrolle jederzeit als fremdes Eigentum identifiziert und zurückgegeben werden. F.E.I.N. unterstützt damit die Fahndungs- und Ermittlungsmöglichkeiten der Polizei.

Weitere Informationen zur F.E.I.N.-Codierung gibt es hier: www.polizei.hessen.de/Praevention/Einbruch-Diebstahlschutz/Diebstahlschutz

Einen Generator zur Codierung ihres persönlichen Codes finden sie auf den Seiten des ADFC unter: www.fa-technik.adfc.de/code/ein

Darüber hinaus können sie die Anfrage zu ihrem Code an folgende E-Mail-Adresse des Hessischen Landeskriminalamtes richten: sg131.HLKA@polizei.hessen.de

Je besser die Kennzeichnung - je schlechter die Absatzmöglichkeit für den Dieb - je geringer das Risiko des Diebstahls!

Sylvia Frech, Pressesprecherin

Rückfragen bitte an:

Polizeipräsidium Mittelhessen
Polizeidirektion Wetterau
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Grüner Weg 3
61169 Friedberg
Telefon: 06031-601 150
Fax: 06031-601 151

E-Mail: poea-fb.ppmh@polizei.hessen.de oder
http://www.polizei.hessen.de/ppmh
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