Polizei Wetterau-Friedberg

POL-FB: Pressemeldung vom 16.12.2014:

Friedberg (ots) - Bad Vilbel: 42 - Jährige wird Opfer von Skimming - Betrügern - Tipps ihrer Polizei

Opfer von sogenannten Skimming - Betrügern wurde zuletzt offenbar eine 42 - jährige Bad Vilbelerin. Sie hatte am Montag festgestellt, dass einige Tage zuvor mit einer ihrer Kreditkarten 264 Euro in Thailand abgehoben wurden. Sehr wahrscheinlich wurden die Daten der Kreditkarten zuletzt von den Betrügern erlangt, als die 42 - Jährige die Karten mehrere Male einsetzte.

Beim "Skimming" werden illegal die Magnetstreifendaten der Karten ausgelesen und auf Kartenrohlinge, sogenannte White Plastics, übertragen. Damit heben die Täter im Ausland - zusammen mit der PIN -Geld vom Konto der Opfer ab. Denn in außereuropäischen Staaten genügt es, den Magnetstreifen zu fälschen, um in Kombination mit der PIN an das Geld der Opfer zu kommen. In Deutschland werden nur Karten mit einem EMV Daten-Chip akzeptiert. Da die Karte im Besitz des Eigentümers verbleibt, bemerkt der Inhaber des Kontos diesen Angriff in der Regel erst mit der Abholung der Kontoauszüge oder wenn die Bank nach Überziehung des Dispositionskreditrahmens einschreitet.

Vorgehensweise der Täter:

Um in den Besitz der Kartendaten zu kommen, installieren die Täter vor dem Karteneinschubschacht der Geldautomaten ein eigens hergestelltes Kartenlesegerät oder sogar eine vollständige Frontplatte. Diese von den Tätern benutzten Kartenleser sind optisch dem Modell des Geldausgabeautomaten angepasst (gleiche Farbe, gleiche Aufkleber) und so hergestellt, dass die eingeschobene Bankkarte durch das illegale Lesegerät zum originalen Kartenleser weitertransportiert wird.

So werden die Magnetstreifendaten ausgelesen und gespeichert, ohne dass die Bedienung des Geldausgabeautomaten beeinträchtigt und der Kunde misstrauisch wird. Die Eingabe der PIN wird mit einer Mini-Kamera gefilmt, die oft oberhalb der Tastatur in einer angeklebten Kameraleiste versteckt ist. Diese Kameraleiste ist in der Regel an Form und Farbe des Geldautomaten angepasst und selbst für argwöhnische Benutzer kaum erkennbar. Es kommen aber auch manipulierte Eingabefelder zum Einsatz, die über das eigentliche Tastenfeld geklebt werden. Damit können die Tastendrücke aufgezeichnet werden.

Um nicht Opfer von solchen Betrügern zu werden, gibt die Polizei folgende Tipps:

a) Gehen Sie sorgsam mit Ihren Zahlungskarten um und bewahren Sie die PIN stets getrennt von der Karte auf.

b) Sofern Sie im Besitz mehrerer Zahlungskarten sind, sollten Sie den Türöffner eines Bankinstituts nicht mit der gleichen Karte betätigen, mit der Sie anschließend Geld abheben möchten.

c) Geben Sie Ihre PIN niemals am Türöffner eines Bankinstituts ein. Kein Geldinstitut verlangt für den Zugang zum Geldautomaten die Eingabe der PIN. Der Kartenleser hat immer nur die Funktion eines Türöffners.

d) Achten Sie darauf, dass die Eingabe Ihrer PIN nicht von anderen beobachtet werden kann. Sorgen Sie für einen ausreichenden Sicherheitsabstand zum nächsten Kunden und bitten Sie gegebenenfalls den hinter Ihnen stehenden Kunden, Abstand zu halten.

e) Decken Sie während der PIN-Eingabe das Tastaturfeld mit der anderen Hand oder einem Gegenstand (z.B. Geldbörse, Blatt Papier) als Sichtschutz vollständig ab. Das erschwert das "Ausspähen" per Kamera oder Foto-Handy erheblich.

f) Benutzen Sie soweit wie möglich immer denselben Geldautomaten für Abhebungen, so dass Ihnen mögliche Veränderungen am Gerät auffallen.

g) Nutzen Sie keinen Geldautomaten, an dem Ihnen etwas ungewöhnlich erscheint, z.B. angebrachte Leisten oder Verblendungen, abstehende und vor allem lockere Teile, Spuren von Kleber rund um den Kartenschlitz.

h) Bei Verdacht auf Manipulationen verständigen Sie umgehend die Polizei und das Geldinstitut. Lassen Sie umgehend die Karte über Ihre Bank oder den bundesweiten Sperr-Notruf unter 116 116 sperren und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

Das Faltblatt ist in (Kriminal-)Polizeilichen Beratungsstellen kostenlos erhältlich und als Download verfügbar unter:

http://www.polizei-beratung.de/medienangebot/details/form/7/184.html

Informationen gibt es bei der Polizei in Friedberg, Tel. 06031 - 6010.

Jörg Reinemer Pressesprecher

ots Originaltext: Polizeipräsidium Mittelhessen

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