Polizei Wetterau-Friedberg

POL-FB: Pressemeldung vom 11.12.2014:

Friedberg (ots) - Betrüger versuchen es immer wieder per Post - Kripo warnt im Wetteraukreis vor zwei verschiedene Varianten

Rosbach / Gedern: Offenbar nichts unversucht lassen Betrüger, um ihre Opfer über den Tisch zu ziehen. In zwei Fällen, die der Polizei zuletzt gemeldet wurden, nehmen die Betrüger sogar allem Anschein nach die Identität von Rechtsanwälten und Gewerberegistern an, um so an Geld zu kommen.

Im ersten Fall erhielt ein Verein in Gedern vor einigen Wochen zwei Rechnungen über einen Eintrag ins Gewerberegister. Tatsächlich hatte der Verein wenige Tage zuvor die Eintragung in ein Vereinsregister durchführen lassen. In dem Schreiben, das einen amtlichen Charakter zeigte, forderten die Betrüger zusammen etwa 1.000 Euro für diesen Eintrag. In der Absenderzeile waren jeweils das "Gewerberegister Deutschland, Bezirk Friedberg" sowie das "Handels- und Gewerberegister" genannt. Auf dem beigefügten Überweisungsschein waren gleich alle Daten eingetragen. Der mit der Überweisung befasste "Rechner" des Vereins wurde das erste Mal stutzig, als er die Iban - Kontonummer auf dem Schreiben entdeckte. Diese Kontonummer begann mit dem Kürzel BG für Bulgarien. Auch ein Rückruf beim zuständigen Register des Amtsgerichtes brachte die Erkenntnis, dass die beiden Briefe offensichtlich von Betrügern abgeschickt wurden. Auch stellte es sich bei der Nachfrage beim Gericht heraus, dass auf den Verein gar keine Gebühren zukommen.

Die Masche ist seit einigen Monaten im ganzen Bundesgebiet zu beobachten. Die Kriminellen, die sehr wahrscheinlich im Ausland sitzen, durchstöbern zunächst das Internet nach neuen Veröffentlichungen von Amtsgerichten. Finden die Täter neue Einträge in den verschiedenen Registern, so werden sehr schnell Briefe an die betroffenen Vereine versandt. So war es auch im Fall des genannten Vereins in Gedern. Unmittelbar nach dem Eintrag in das Register erhielt der erste Vorsitzende Post. Dabei ergeht auch gleich die Drohung, dass der Eintrag nach sieben Tagen wieder gelöscht wird, wenn es nicht zur Zahlung des Betrages kommt.

Die Polizei warnt vor solchen dubiosen Schreiben und empfiehlt, die Inhalte eines solchen Briefes genau zu prüfen. In vielen Fällen sind Fehler leicht erkennbar. Im Zweifel sollten Sie auf jeden Fall bei der betroffenen Behörde nachfragen. Verständigen Sie auch die Polizei, wenn Sie solche betrügerische Schreiben bekommen haben.

Im zweiten Fall erhielt eine Rosbacherin ein Schreiben eines Anwaltsbüros aus Berlin. Darin enthalten war neben einer Gewinnbenachrichtigung in Höhe von 65.000 Euro auch gleich die Forderung nach 3.250 Euro. Diese "Kostenpauschale" sollte die Gewinnerin bezahlen, um die 65.000 Euro zu erhalten.

In diesem Schreiben benutzten die Betrüger die Adresse einer existierenden Kanzlei in Berlin. Dabei war auch eine Telefonnummer der Kanzlei vermerkt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei der Telefonnummer um eine von den Betrügern eingerichtete Telefonnummer, die nur dem Anschein nach in Berlin geführt wird. In Wirklichkeit ist diese Telefonnummer von den Betrügern eingerichtet worden. Die Gespräche werden dann von einem Callcenter im Ausland geführt. Die Rosbacherin wurde auch stutzig, da sie bei dem genannten Verlag an keinem Gewinnspiel teilgenommen hatte. Sie verständigte die Polizei.

Auch bei dieser Betrugsart warnen die Spezialisten davor, solche unberechtigten Forderungen zu bezahlen. Seriöse Unternehmen fordern im Normalfall keine Kostenpauschale für einen Gewinn.

Die vielen Betrugsphänomene können im Internet unter www.polizei-beratung.de nachgesehen werden. Hilfe erhalten Sie auch bei jeder Polizeidienststelle.

Sollten Sie Opfer einer solchen Straftat geworden sein, verständigen Sie umgehend die Polizei und erstatten Sie Strafanzeige.

Jörg Reinemer Pressesprecher

ots Originaltext: Polizeipräsidium Mittelhessen

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