Polizei Wetterau-Friedberg

POL-FB: Pressemeldung vom 22.01.2014:

Friedberg (ots) - Friedberg - Büdingen - Bad Vilbel - Butzbach: Vorsicht bei unseriösen Stellenangeboten als sogenannter Warenagent -Versenden von Paketen kann strafbar sein

Die Wetterauer Kriminalpolizei warnt aufgrund mehrerer Vorfälle vor zwielichtigen Jobangeboten. Dabei werden ahnungslose Jobsuchende gezielt von den Betrügern ausgenutzt, indem sie illegal erworbene Warenlieferungen weiter ins Ausland schicken. Die Masche ist nicht neu, wurde aber zuletzt im gesamten Wetteraukreis mehrfach angezeigt.

Die Täter, die oft aus dem Ausland agieren, köderten die Personen in diesen Fällen im Internet und in den örtlichen Zeitungen mit einer lukrativen Arbeitsstelle. Zunächst klangen die Annoncen und Angebote sehr verlockend und versprachen einen lukrativen Verdienst in der Logistikbranche. Die Jobsuchenden bewarben sich bei der ausschreibenden Firma. Den Bewerben wurde danach sogar ein täuschend echt aussehender Arbeitsvertrag übersandt, in dem persönliche Angaben wie Kontodaten, Adresse und Erreichbarkeit eingetragen werden mussten. Im weiteren Verlauf wurden die "neuen Mitarbeiter" per Mail oder telefonisch kontaktiert und in ihre neue Tätigkeit eingewiesen. Dabei wurde den ahnungslosen Personen mitgeteilt, dass sie lediglich Online - Bestellungen annehmen und nur weiter versenden müssten. Den neuen Mitarbeitern wurde sogar zugesagt, entsprechendes Material für Verpackung und Frankierung zu erhalten.

In den folgenden Wochen erhielten die sogenannten "Warenagenten" dann tatsächlich mehrere Pakete und schickten diese pflichtbewusst weiter an die angegebenen zumeist ausländischen Adressen. Dabei handelte es sich um hochwertige Produkte wie Elektroartikel oder Markenkleidung. Häufig wurden die "neuen Mitarbeiter" hellhörig, als kein Gehalt auf dem Konto einging, eine Rechnung eines Versandhauses für eine verschickte Ware erhalten wurde oder die Polizei sich meldete. Dann ist es für die Betroffenen meist schon zu spät.

Bei den Ermittlungen stellten die Beamtinnen und Beamten des Friedberger Betrugskommissariates fest, dass die Firma unter dem für den Mitarbeiter angegebenen Account im Internet oder telefonisch nicht mehr zu erreichen war. Die Internetpräsenz der betrügerisch agierenden Firma wurde zur Täuschung der "Warenagenten" angelegt, um so einen seriösen Eindruck zu vermitteln. Oftmals werden hier auch Daten von tatsächlich existierenden Firmen im Ausland verwendet. Allerdings werden dabei veränderte Erreichbarkeiten hinterlegt.

Weiter stellte es sich heraus, dass die Waren von den Kriminellen im Internet mit betrügerisch erlangten Kreditkartendaten dritter Personen bestellt und gezielt an die zuvor angeheuerten "Warenagenten" verschickt wurden. Nach Erhalt leitete der angeworbene Agent die "illegale" Ware dann, wie abgesprochen, umdeklariert ins Ausland weiter, sodass die Versandwege dadurch verschleiert werden.

Auf den Warenagenten wartet im schlimmsten Fall zum Abschluss ein Verfahren wegen Verdacht der Geldwäsche. Zusätzlich können zivilrechtliche Forderungen von Seiten der Versandhäuser auf ihn zukommen, da die Waren in der Regel auf seinen Namen bestellt, wenigstens aber an seine Anschrift versandt wurden und er somit der erste Ansprechpartner für die Versandhäuser war.

Die Friedberger Kripo bearbeitet derzeit einige solcher Betrugsfälle, die sich über das gesamte Kreisgebiet verteilen. Es wird daher dringend empfohlen, solche Berufsangebote genau zu überprüfen. Nicht selten stecken kriminelle und organisierte Banden hinter den verlockenden Angeboten.

Folgende Tipps der Polizei sollten dabei beachtet werden:

a) Erkundigen Sie sich genau, bevor Sie auf ein solches Angebot eingehen. Sie können zum Beispiel im Vorfeld die Anschrift des Unternehmens über diverse Suchmaschinen im Internet überprüfen oder im Telefonbuch nach einer solchen Firma suchen.

b) Bestehen Sie auch auf ein persönliches Gespräch mit dem neuen Arbeitgeber.

c) Übersenden Sie niemals leichtfertig Ihre Kontodaten oder Ausweiskopien nur aufgrund eines E - Mail -Kontaktes mit dem angeblichen Arbeitgeber. Seriöse Arbeitgeber stellen keine Mitarbeiter nur aufgrund eines kurzen E - Mail - Kontaktes und der Übersendung eines Lebenslaufes ein.

Hinweise bitte an die Polizeistation in Friedberg, Tel.06031-6010. Näheres dazu finden Sie auch unter www.polizei-beratung.de.

Jörg Reinemer Pressesprecher

ots Originaltext: Polizeipräsidium Mittelhessen

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