Polizeipräsidium Mittelhessen - Gießen

POL-GI: Polizei kontrollierte Schwerlastverkehr Neun von 28 Gefahrgutlastern beanstandet!

POL-GI: Polizei kontrollierte Schwerlastverkehr
Neun von 28 Gefahrgutlastern beanstandet!
Hintere "Absicherung"

Gießen (ots) - Neun von 28 Gefahrgutlastern beanstandet

Mittelhessen - Quasi jeden dritten kontrollierten Gefahrguttransporter musste die Polizei Mittelhessen beanstanden - einen wegen wirklich gravierender Mängel sogar sofort stilllegen. Die Polizei überprüfte am Mittwoch, 06. Mai insgesamt 103 Lastwagen des gewerblichen Gefahrgut- , Güter- und Personenverkehrs. Sie stellte bei 29 Lastern bzw. deren Fahrern Mängel fest. Dabei handelte es sich um technische Mängel z.B. an der Lenkung, an den Rädern, Achsen bzw. der Aufhängung oder an der Elektrik und Lichtanlage. 19 Fahrer verstießen gegen die Lenkzeitvorschriften. Die Folgen: 22 Anzeigen und zehn (!) Mal die Untersagung der Weiterfahrt. Auch hier war also nahezu jeder dritte Laster zu beanstanden! Besonders fiel ein Sattelzug aus dem Landkreis Borken auf. Der Sattelauflieger, ein Anhänger mit Spriegeln und Plane, also ohne feste Seitenwände, transportierte 20.000 Kilogramm 80-prozentige Essigsäure. Dieser Gefahrstoff befand sich ordnungsgemäß in sogenannten IPC Boxen, großen 1000 Liter Behältern in einer Gitterbox. Allerdings standen diese Boxen lediglich auf nur wenig rutschhemmenden Matten. Sie waren zudem nach hinten mit nur zwei schmalen Klemmbrettern und nach vorne gar nicht mehr gesichert, weil sich die beiden einzigen vorhandenen Spanngurte gelöst hatten. Weitere Gefahrenpunkte waren lose auf den Boxen abgelegte Europaletten und ein weiteres Klemmbrett. Diese lose Ladung hätte bei einem stärken Bremsmanöver vermutlich als Geschosse die Ladefläche verlassen. Damit nicht genug- die Beförderungspapiere beinhalteten im Gegensatz zum Lieferschein falsche Angaben, die jährlich durchzuführenden und zu dokumentierenden Überprüfungen des Fahrzeugaufbaus konnte der Fahrer nicht nachweisen, an der Außenflanke eins Reifens befand sich ein recht großflächiger Ausbruch des Reifengummis und dann zeigte die Flasche für die bei einem solchen Transport notwendigerweise mitzuführende Augenspülflüssigkeit ein Verwendbarkeitsdatum bis zum Juni 2004. Für den Fahrer war die Fahrt bis zur Beseitigung der Mängel vorbei. (Bilder des Lastwagens siehe: www.polizeipresse.de)

An den Kontrollen waren insgesamt 30 Beamte beteiligt. Kontrolliert wurde zwischen 08 und 16 Uhr auf der A 5 auf dem Parkplatz Reinhardshain, der B 255 in Herborn Hörbach und B 253 am Parkplatz Nebelsberg sowie auf der B 3 in Josbach und der B62 in Göttingen. Auf der A 45 kontrollierte die Polizei zwischen 16 und 24 >Uhr auf dem Parkplatz Kochsgrund.

Hintergrund:

Die Bundesrepublik Deutschland ist mit ihrer geografischen Lage in der Mitte Europas als Transitland für den gewerblichen Güter- sowie Personenverkehr von großer Bedeutung. Insbesondere im Güterverkehr fand im Jahre 2013 laut statistischem Bundesamt innerhalb Deutschlands ein Warentransport von insgesamt 4,3 Milliarden Tonnen statt. Für das vergangene Jahr 2014 liegen noch keine belastbaren Daten vor, jedoch wird eine erneute Steigerung des Warentransportes um 2-4 % prognostiziert. Der Transport der Waren erfolgt mit unterschiedlichen Fahrzeugarten. Einen nicht unerheblichen Anteil am Lieferverkehr haben zunehmend Gefahrguttransporte. Ebenso nimmt der regionale und überregionale Personenverkehr mit Bussen weiterhin zu.

Während der Anteil des Schwerverkehrs am Gesamtverkehr zurzeit ca. 13 % beträgt, sind Lkw an 38 % der Unfälle beteiligt, wobei sie bei 27 % aller Unfälle, und somit überproportional, Unfallverursacher sind. Darüber hinaus haben Unfälle mit der Beteiligung von Personen- Gefahrgut- oder Schwerverkehrsfahrzeugen in den meisten Fällen weitreichende Auswirkungen auf die Umwelt, die beteiligten Personen und nicht zuletzt auf den Verkehrsfluss. und damit zu einem überproportionalen Anteil des Schwerverkehrs am Unfallgeschehen im Straßenverkehr. Im Jahr 2014 ereigneten sich im Polizeipräsidiums Mittelhessen 2.898 (2013 : 2.884) Unfälle unter Beteiligung von Lastkraftwagen. Die Folgen: 6 (7) Tote, 78 (114) Schwerverletzte und 380 (435) Leichtverletzte. Der Gesamtschaden belief sich auf 13.931.038 (17.417.921) Euro. Über 70 % (2.100 VU, 2013 = 2.069 VU) dieser Unfälle wurden durch den beteiligten Lastkraftwagen auch verursacht. Im Jahr 2014 kontrollierte die Polizei Mittelhessen bei Schwerpunktkontrollen 8.589 (4.560) Lastkraftwagen, 222 (160) Gefahrguttransporte, und 334 (180) KOM . Die Beanstandungsquote bei LKW lag 2014 und 2013 bei rund. 40 % , bei Gefahrgut-LKW sogar bei 70 % (65 %) und bei Bussen bei 33 % (10 %). 142 (73) Mal untersagte die Polizei die Weiterfahrt, davon 47 (18) Mal bei Gefahrguttransporten. Die hauptsächlichen Verstöße waren - Nichteinhaltung der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit und des Sicherheitsabstands, - mangelhafter Ladungssicherung, - Verstößen gegen die Lenk- und Ruhezeiten und - verstärkte Manipulationen an den Kontrollgeräten

Martin Ahlich

ots Originaltext: Polizeipräsidium Mittelhessen

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