POL-MI: Bei der Partnersuche Betrügern auf den Leim gegangen

Kreis Minden-Lübbecke (ots) - Oftmals beginnt der Kontakt auf einer Online-Partnerbörse oder in sozialen Netzwerken harmlos und unverbindlich. Das sich hinter dem netten Unbekannten ein Verbrecherring verbirgt, wird den Opfern aber erst sehr viel später klar. Dann haben diese bereits zum Teil hohe Geldsummen ins Ausland transferiert, die sie nie wieder sehen. Fachleute sprechen in solchen Fällen vom "Romance oder Love-Scamming". Hinter diesem Begriff verbirgt sich der so genannte Vorschussbetrug. Diese seit langen bekannte Betrugsmasche greift derzeit im Kreis Minden-Lübbecke um sich. So wurden den Ermittlern in diesem Monat gleich drei Fälle angezeigt, in denen Frauen Opfer dieser organisierten Banden wurden.

Die Kriminellen nehmen stets unter einer Legende Kontakt zu ihren späteren Opfern auf. Dabei schlüpfen sie in die unterschiedlichsten Rollen. So geben sie zum Beispiel vor als Soldat, Arzt oder Lehrer im Ausland tätig zu sein. Mit Hilfe von geschickt formulierten E-Mails oder per Facebook, - oftmals in englischer Sprache - bauen sie mit einer interessanten Lebensgeschichte oder dem vermeintlichen Wunsch nach der großen Liebe Vertrauen zu ihren Opfern auf. Von ihnen übermittelte Bilder sind alle gestohlen. Später berichten sie dann von einer Notlage. Auch hier zeigen sich die Betrüger fantasievoll. So erzählen sie von plötzlichen Unfällen, gestohlenen Pässen, Kosten für ein Visum oder unvorhergesehen beruflichen Reisen. Um diese Schwierigkeiten zu lösen, bitten die Unbekannten um Geldüberweisungen ins Ausland.

Damit der Schwindel nicht auf kippt, sollen die Zahlungen oftmals per Western Union oder andere anonyme Zahlsysteme erfolgen. Hat ein Opfer erstmal gezahlt, werden die Forderungen der Kriminellen immer dreister und ihre Geschichten immer abenteuerlicher. So gelingt es ihnen über Monate Summen in einem vier- oder fünfstelligem Eurobereich zu ergaunern. Das sie dabei mit den Gefühlen ihrer Opfer spielen, lässt die Betrüger kalt.

Nach Erfahrung der Polizei melden sich betroffene Frauen oftmals erst sehr spät bei den Behörden, da sie den Schwindel lange nicht bemerken und aus Scham den Weg zur Polizei scheuen. Die Ermittler versuchen dann den Frauen verständlich zu machen, dass sie die Opfer sind. Hinter den Tätern verbergen sich in der Regel Männer und Frauen, welche oftmals vom afrikanischen Kontinent aus agieren. Geldüberweisungen gehen aber beispielsweise auch auf Konten im asiatischen Raum.

Die Polizei warnt vor diesen perfiden und gut organisierten Betrügern. "Grundsätzlich sollte man Personen, die man nicht kennt, kein Geld überweisen oder auf andere Forderungen eingehen" raten die Beamten. "Im Internet tummeln sich viele Betrüger, daher ist stets ein gesundes Misstrauen angezeigt".

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