Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz

LKA-RP: LKA: Spezialisten verhandeln seit 30 Jahren

Mainz (ots) - Geiselnahme, Entführung, Erpressung, Suizidandrohung, Bedrohungslagen, Amokverdacht oder Gewaltandrohung in engen sozialen Beziehungen: Die Spezialisten der Verhandlungsgruppe übernehmen die Verhandlungsführung. Die Experten gehören zum Landeskriminalamt und zu den Polizeipräsidien. Sie kommen immer dann ins Spiel, wenn es wirklich brenzlig wird.

Trauriger Anlass zur Einrichtung der Verhandlungsgruppe war letztlich ein Banküberfall eines ehemaligen Polizeibeamten im Jahr 1982. Die Skrupellosigkeit des Täters führte zu einer Geiselnahme und letztlich zu dem Tod einer der Geiseln. Die Notwendigkeit einer gezielten Verhandlungsführung mit dem Täter wurde hier offenkundig.

Heute werden solche schwierigen Einsatzlagen anders gelöst, wie ein Beispiel aus dem Jahre 2006 zeigt: Ein Brandstifter versuchte die Polizei zu erpressen und drohte mit immer neuen Brandanschlägen. Der Täter hinterließ fast keine Spuren und den Ermittlern fehlte zunächst der entscheidende Ansatzpunkt. Letztlich verhalf eine Analyse der Verhandlungsgruppe des Landeskriminalamtes, das vorher völlig unbekannte Täterprofil einzugrenzen und damit die Ermittlungen in die richtige Richtung zu lenken.

Das Bedürfnis nach Beratung und Koordination in polizeilichen Krisensituationen wächst ständig. Allein im Jahr 2014 wurde die Verhandlungsgruppe 125 Mal angefordert. Primäres Ziel der Verhandlungen ist es immer, den Gesprächspartner zur freiwilligen Aufgabe zu bewegen.

Wie gehen die speziell geschulten Verhandlungsexperten in einer solchen Gefährdungslage vor? Der erste Schritt besteht aus einer Bewertung der Gesamtsituation, bei der sich die Experten mit den folgenden Fragen beschäftigen müssen: Welche Motive leiten den oder die Täter? Welche Ernsthaftigkeit steckt hinter einer Drohung? Ist ein Erpresserbrief authentisch? Wie könnte der Täter auf eine Botschaft der Polizei reagieren? Welche Gefahren ergeben sich für Betroffene? Aufbauend auf der Analyse und Beantwortung dieser Fragen werden rhetorische sowie psychologische Gesprächstaktiken eingesetzt.

Vermittelt wird die spezielle Kunst der Gesprächsführung und der Verhandlungstaktik in einem mehrwöchigen Grundlehrgang, in dessen Verlauf auch eine anspruchsvolle Abschlussübung absolviert werden muss. Da die Verhandlungsgruppe häufig zusammen mit Spezialeinheiten wie z.B. dem Spezialeinsatzkommando (SEK) oder dem Mobilen Einsatzkommando (MEK) eingesetzt wird, werden regelmäßig gemeinsame Übungen und Seminare durchgeführt. Jetzt sind seit der Gründung der Verhandlungsgruppe 30 Jahre vergangen und die Möglichkeiten der Polizei auch mit diesem Instrument umzugehen, immer professioneller geworden.

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