Kreispolizeibehörde Ennepe-Ruhr-Kreis

POL-EN: Ennepe-Ruhr-Kreis - Drei Fragen an den Opferschutzbeauftragten

POL-EN: Ennepe-Ruhr-Kreis - Drei Fragen an den Opferschutzbeauftragten
Opferschutzbeauftragter KHK Dieter Bahs

Ennepe-Ruhr-Kreis (ots) - 1. Opferschutz bei der Polizei EN

Opferschutz ist neben Prävention und Repression ein wichtiger Bestandteil täglicher Polizeiarbeit im Ennepe-Ruhr-Kreis geworden und wird täglich von allen Polizeibeamten/-innen geleistet. Jeder kann unabhängig von Herkunft, Alter oder Geschlecht Opfer einer Straftat, eines Unfalls oder eines anderen schädigenden Ereignisses werden.

Die Geschädigten haben von Beginn an (Tat/ Zeugenaussage) Rechte, wie z. B. aus dem Opferschutzgesetz (1987), dem Zeugenschutzgesetz (1998) sowie dem Opferrechtsreformgesetz (2004), nicht zu vergessen dem EU-Rahmenbeschluss über die Stellung des Opfers im Strafverfahren (2001).

Um einheitliche Vorgehensweisen aller Polizeibehörden in NRW zu gewährleisten, führte diese Komplexität mit Beginn der letzten Jahrtausendwende zur Schaffung speziell geschulter Beamten/-innen in NRW (2002 im Ennepe-Ruhr-Kreis).

2. Aufgaben Opferschutz

Wir haben uns im Ennepe-Ruhr-Kreis mit den Behörden Dortmund, Hagen, Unna und dem Versorgungsamt (ehem. Dortmund) schwerpunktmäßig auf Gewaltopfer konzentriert. Diesen stehen neben den schon genannten Verfahrensrechten gleichfalls Ansprüche nach dem Opferentschädigungsgesetz (OEG) zu. Hinzu kommen Rechte aus der StPO, wie z. B. § 395 StPO (Nebenklage), § 397 a (Opferanwalt) oder dem Adhäsionsverfahren (Schadenswiedergutmachung).

· Diese Rechte werden von Netzwerkpartnern, wie z. B. dem Runden Tisch Gewaltschutz, der Frauenberatung EN, und natürlich dem Weissen Ring EN initiiert und ggf. begleitet.

Regelmäßige quartalsmäßige Treffen, häufig mit Fortbildungscharakter in den Räumen der Beratungsstelle der Polizei EN (ZKB), führen zu vertrauensvoller und effizienter Zusammenarbeit mit den Netzwerkpartnern.

· So konnten den 444 Gewaltopfern des vergangenen Jahres im Ennepe-Ruhr-Kreis auf diesem Wege 411 Geschädigten konkrete Hilfe geboten werden.

· Insbesondere ist die fachkundige Beratung zu den neu hinzugekommenen Straftatbeständen Häusliche Gewalt (2002), Gewaltschutzgesetz (2002) und Nachstellung/ Stalking (2007), gewährleistet.

3. Ein bewegendes Erlebnis

Ich möchte an dieser Stelle keinen Komparativ wie groß - größer - (am) größte(n) zu Erlebnissen bilden, denn die Geschädigten haben neben den physischen häufig auch psychische Beeinträchtigungen. Auffällig ist, dass die Geschädigten, die am wenigsten Schreien sich mit der Zeit zusätzlich gedanklich fest einkerkern. Sie suchen die Verantwortung zur Tatschuld nicht im rechtlichen Fremdverhalten (beim Täter) sondern vielmehr im moralischen Eigenverhalten bei sich selbst (wenn ich doch nur . . . . . ). Diese Schädigungen/ Beeinträchtigungen können im Nachhinein zu weiteren Lebenseinschnitten wie dem Verlust des Arbeitsplatzes führen. Für diese Menschen ändert sich ihr Leben "von Stund" an - nichts ist mehr wie es war! Hier sind neben Reha- Maßnahmen intensive traumatologische Unterstützungsmaßnahmen notwendig. Gleichwohl bleiben diese Menschen über Monate Beteiligte im Strafverfahren und freuen sich umso mehr über unsere Kontaktaufnahme und Einbindung in bestehende Netzwerke und fühlen sich so nicht allein gelassen. Das Wissen um eine funktionierende Betreuung der zum Teil traumatisierten Opfer sind für mich immer wieder bewegende Erlebnisse. Daher danke ich zum Schluss an dieser Stelle allen Kolleginnen und Kollegen, die es uns hier im EN Kreis ermöglichen, Prävention, Repression und Opferschutz so erfolgreich zu verknüpfen.

Der Landrat des Ennepe-Ruhr-Kreises
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