POL-PPRP: Bürgerehrung / Belobigung 2016 Polizeipräsident Thomas Ebling zeichnet Bürger und Polizisten aus

POL-PPRP: Bürgerehrung / Belobigung 2016
Polizeipräsident Thomas Ebling zeichnet Bürger und Polizisten aus
Festakt

Ludwigshafen (ots) - Auch in diesem Jahr hat Polizeipräsident, Herr Thomas Ebling, in einem feierlichen Rahmen öffentlich den Bürgerpreis des Polizeipräsidiums Rheinpfalz verliehen und Leistungen seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter belobigt. Beim Festakt am Donnerstag, den 17. März 2016, 14 Uhr, im Festsaal der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd in Neustadt wurden zwölf Bürgerinnen und Bürger ausgezeichnet, die sich im Bereich des Polizeipräsidiums Rheinpfalz in Notlagen für andere Menschen eingesetzt, Schaden abgewehrt und dadurch Schlimmeres verhindert haben. Neben der Bürgerehrung belobigte Herr Ebling acht Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte, die im vergangenen Jahr andere Menschen aus Lebensgefahren gerettet haben.

Bürgerehrungen Geehrt wurden heute die Herren Krysztof Krawscyk, Krusztof Turski, und Kazimierz Markowski. Sie stammen aus Polen und sind als Fernfahrer bei einer Spedition in Altrip beschäftigt Am 16. Februar 2015, gegen 4 Uhr hörten sie die Hilferufe eines Taxifahrers in Altrip. Der Taxifahrer hatte einen Kunden nach Altrip in das dortige Gewerbegebiet gefahren und wurde von diesem am Ziel von hinten mit einem Hammer auf den Kopf geschlagen. Die Herren Krawscyk, Turski und Markowski hörten die Hilferufe. Sie eilten dem Taxifahrer ohne zu Zögern zu Hilfe, überwältigten den Angreifer und hielten ihn bis zum Eintreffen der von ihnen verständigten Polizisten fest.

Etienne Fritsch aus Neuheusel in Frankreich leistete am 28.07.2015 bei Wörth nach einem schweren Verkehrsunfall Erste- Hilfe. Auf der Bundesstraße 9 waren an diesem Tag ein LKW und zwei PKWs im Begegnungsverkehr kollidiert. Hierdurch kippte der LKW auf die Beifahrerseite. Herr Fritsch war Zeuge dieses Unfalls. Er griff beherzt ein und kletterte in die Fahrgastzelle. Dort versorgte er den schwer verletzten Fahrer. Ohne diese Ersthilfe hätte der Fahrer nicht oder nur mit bleibenden gesundheitlichen Schäden überlebt.

Für die Rettung einer 86-jährigen Frau aus dem Badesee in Sondernheim erhielten die Herrn Michael Fritsche aus Germersheim und Stefan Kaa aus Schwerin die heutige Ehrung. Die Frau war in den Abendstunden am Baggersee in Sonderheim und wollte im See etwas schwimmen. Beim Schwimmen aber verließen sie die Kräfte. Herr Fritsche und Herr hörten die Hilferufe. Sie schwammen los und halfen der Schwimmerin aus dem Wasser. An Land versorgten sie die Dame so lange bis die Sanitäter des Deutschen Roten Kreuz eintrafen und die medizinische Versorgung übernahmen.

Das nächste Ereignis ist ein Paradebeispiel für die Aktion "Wer nichts tut macht mit". Frau Christine Klein aus Ludwigshafen hörte am 03. Oktober 2015 Schreie von der Straße. Sie rannten sofort aus ihrer Wohnung nach draußen. Durch ihr Erscheinen verließen zwei Frauen fluchtartig die Örtlichkeit. Diese Frauen hatten eine 92jährige Frau nach dem Weg gefragt. Als diese den Weg mit dem ausgestreckten rechten Arm zeigte, wurde sie gepackt und es wurde versucht ihr ein goldenes Armband vom Handgelenk zu reißen. Das vorbildliche Verhalten von Frau Klein ist ein klassisches Beispiel dafür, wie wir uns das Engagement aller Bürgerinnen und Bürger als solidarischen Beitrag für mehr Sicherheit wünschen.

Als Lebensretter erhielten die nächste Auszeichnung Herr Klaus-Dieter Wittmann aus Speyer und Polizeikommissar Julian Schmitt von der Polizeiinspektion Speyer. Die Beiden haben einem jungen Menschen, der noch ganz am Anfang seines Lebens stand in Speyer das Leben gerettet. Am 30.10.2015 ereignete sich in Speyer ein schwerer Verkehrsunfall. Eine Oma wollte mit ihrem Enkel (2 Jahre), der in seinem Buggy saß, ordnungsgemäß eine Fahrbahn am Zebrastreifen überqueren, als ein Motorradfahrer ein vor ihm fahrendes Auto überholte und den Kinderwagen frontal auf dem Zebrastreifen erfasste. Der kleine Junge wurde aus dem Buggy geschleudert und prallte auf der Fahrbahn auf. Klaus-Dieter Wittmann, der sich unbeteiligt in der Nähe aufhielt, reagierte sofort. Er nahm das Kind und legte den Körper auf den sicheren Bürgersteig und begann mit Reanimationsmaßnahmen. Polizeikommissar Julian Schmitt, der mit seinem Team als erste Rettungskräfte am Unfallort eintraf, unterstützte Herrn Wittmann ohne zu zögern. Gemeinsam führten sie Herz-Lungen-Wiederbelebung durch. Und sie schafften es. Das Herz des kleinen Jungen begann wieder zu schlagen.

Mit der nächsten Ehrung wurde eine couragierte Teamleistung von drei Personen, die sich zuvor noch nie begegnet sind, gewürdigt. Am 13.November 2015, gegen 10.00 Uhr, hatte ein 62-Jähriger versucht, ein DHL Fahrzeug zu öffnen, um Pakete zu entwenden. Um den Täter an der weiteren Tatausführung zu hindern, rannte Frau Samantha Roslini (wohnhaft in Lambsheim), aus einem Laden raus und auf den Täter zu. Daraufhin flüchtete der Täter, ohne Diebesgut, in Richtung Frankenthaler Innenstadt. Der hierauf aufmerksam gewordene Postbote, Andrei Bidu (wohnhaft in Monsheim), verfolgte ihn, wobei er von dem Täter verletzt wurde. Mit vereinten Kräften konnten dann Herrn Bidu und ein beherzt helfenden Passant, Herr Arbias Hyseni (wohnhaft in Minden), den Täter zu Boden bringen und bis zum Eintreffen der Polizeistreife festhalten. Ermittlungen im Anschluss ergaben, dass der Täter für einen Diebstahl aus demselben DHL Fahrzeug im November 2014 verantwortlich war.

Eine weitere Ehrung erhielt Boris Lindner aus Neuburg am Rhein. Der Fall ereignete sich am Sonntagmorgen 20.12.2015, um 5 Uhr. Ein Autofahrer hatte einen Unfall auf der Ortsumgehung von Hagenbach. Der Fahrer war mit seinem Wagen von der Fahrbahn abgekommen und kam unterhalb einer Brücke auf dem Dach zum Liegen. Boris Lindner war an diesem frühen Sonntagmorgen unterwegs. Er war aufmerksam und bemerkte das verunfallte Auto. Er hielt an und kletterte nach unten zu dem im Wasser liegenden Fahrzeug. Der Fahrer saß noch im Wagen und konnte sich alleine nicht befreien. Herr Lindner half ihm aus dem Wagen, brachte ihn nach oben zur Straße und versorgte ihn in seinem eigenen Wagen bis die verständigten Rettungskräfte eintrafen.

Belobigung von Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten Am 08.12.2015, gegen 17 Uhr, wurde die Polizeiinspektion Speyer von einem Anwohner darüber informiert, das in einer Wohnung des Mehrfamilienhauses der Rauchmelder in Betrieb war. Polizeikommissar Christian Maurer und Polizeikommissar Philipp Burkhard trafen als erste Rettungskräfte am Haus ein. Aus der genannten Wohnung drang der Lärm des Rauchmelders und Rauch. Die beiden Polizeikommissare zögerten nicht, sie öffneten die Wohnung und fanden darin den hilflosen 85-jährigen Bewohner. Sowohl der Bewohner als auch die Polizisten hatten eine Rauchgasintoxikation erlitten und mussten vorsorglich im Krankenhaus behandelt werden.

Polizeihauptkommissar Roland Perret und Polizeikommissarin Katharina Kästel, beide von der Polizeiinspektion Landau, Polizeioberkommissar Andreas Sodan von der Polizeiinspektion Wörth und Polizeikommissarin Katrin Faber und Polizeikommissarin Lena Beiner, beide von der Bereitschaftspolizei Rheinland-Pfalz wurden für ihr couragiertes Handeln am 10. Dezember 2015 in Herxheim belobigt. Die Beamten en als erste Rettungskräfte am Brandort an der Sandrennbahn in Herxheim. Die Haupttribüne stand bereits lichterloh in Flammen, unmittelbar oberhalb der Wohnungen der Flüchtlinge. Die Polizisten zögerten nicht. Im Wissen der Gefahren betraten vier Beamte das Gebäude und alarmierten die Bewohner, während die fünfte Kollegin die Evakuierten vor dem Objekt empfing und an eine sichere Stelle leitete. Die Polizistinnen und Polizisten brachten in dieser Nacht neun Menschen in Sicherheit. Dass keiner der Bewohner verletzt wurde, ist ihrem schnellen Eintreffen am Brandort, der hervorragenden Lagebeurteilung und der klaren Kommunikation und Aufgabeverteilung zu verdanken.

Die öffentliche Verleihung des Bürgerpreises des Polizeipräsidiums Rheinpfalz erfolgte nun zum dritten Mal. Die Ehrung ergänzt regional die landesweite Kampagne "Wer nichts tut macht mit". Unser Ziel ist es Menschen zu motivieren, bei Straftaten und Notfällen hinzuschauen, Hilfe zu rufen, sich um Opfer zu kümmern oder als Zeuge zur Verfügung zu stellen. Alle Bürgerinnen und Bürger sind unsere Partner für die öffentliche Sicherheit, als Nachbar, als Helfer in der Not oder als Zeuge einer Straftat. Wie dies gelingt haben die heute Geehrten eindrucksvoll gezeigt.

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