Polizei Essen

POL-E: Essen: Ermittlungskommission "Schlüssel" erfolgreich gegen Autoschieber

Sichergestelltes Fahrzeug aus einer Halle in Holsterhausen

Essen (ots) - 45117 E-Stadtgebiet: Nach akribischen Ermittlungen in den letzten Monaten brachten die Ermittler der EK-Schieber mehrere mutmaßliche Autodiebe und Hehler in Deutschland und Belgien hinter Gitter.

Seit Oktober 2013 arbeiten die Beamten des Kriminalkommissariats 32 unter Federführung der Staatsanwaltschaft Essen an dem Fall. Sie ermittelten zunächst gegen fünf Männer (19 - 24 Jahre), die überwiegend im Essener Norden meist hochwertige Fahrzeuge der Marken Audi, BMW und Mercedes unterschlugen. Unter Vorlage gefälschter Pässe liehen sie die Fahrzeuge in Autohäusern für angebliche Probefahrten aus und brachten sie anschließend nicht zurück. Bei einem Altenessener KFZ-Handel wurden die Autos später ausgeschlachtet.

Die Essener Bande hielt daneben Kontakt zu Straftätern in Belgien, die aus Homejacking-Taten stammende Autos anboten. Mehrfach (ca. 20 mal nachweislich) fuhren die 20-23-Jährigen nachts in das Nachbarland, um anschließend in Kolonne mit bis zu vier gestohlenen Autos zurückzukehren.

Anfang Dezember konnten die Essener Fahnder einen Audi A5 Cabriolet und einen Audi Q5 sicherstellen. Die Täter hatten sie - vermutlich aufgrund von akutem Platzmangel in ihrem "Fahrzeuglager" - auf der Schonnefeldstraße abgestellt.

Am 12. Dezember schlugen die Fahnder zu: in einer Fahrzeughalle an der Altenessener Straße stellten sie gleich sieben gestohlene Autos sicher. Fünf davon stammten aus Belgien. Des weiteren fanden die Polizisten Fahrzeugteile, -papiere und belgische Kennzeichen, die zu weiteren sieben dort gestohlenen Autos gehörten. Diese PKW waren zum Teil ausgeschlachtet worden; andere mittels Schrottfrisierungen komplett verändert .

Nach diesem Schlag der Ermittlungskommission floh der 48-jährige Haupttäter zunächst in seine Heimat in den Libanon und kehrte erst Mitte Januar zurück.

Ein 22 Jahre altes Bandenmitglied versuchte derweil auf andere Weise, an Geld zu gelangen. Er täuschte einen Verkehrsunfall vor. Er nutzte absprachegemäß den Ford-Mondeo seines Schwiegervaters, fuhr diesen absichtlich mit hoher Geschwindigkeit in die Leitplanke einer Autobahn bei Arnsberg und setzte anschließend den Schwiegervater ins Auto. Dieser informierte die Polizei und gab an, eingenickt zu sein. Nicht geplant war dann aber, dass die Polizei ihm wegen des Verdacht der Verkehrsuntüchtigkeit den Führerschein einzog. Die Auszahlung von 10.000 Euro durch die Versicherung konnte verhindert werden.

Vor wenigen Wochen verlagerte die Gruppe ihre Aktivitäten nach Holsterhausen. Erneut brachten sie in Belgien gestohlene Autos nach Deutschland. In der neuen Werkstatt zerlegten sie mindestens 5 Autos sofort im Anschluss und verkauften die Fahrzeugteile.

Am 18. Februar klickten bei acht Beschuldigten die Handschellen. Während die Staatsanwaltschaft für vier von ihnen (20, 22, 23, 48 Jahre) bereits im Vorfeld Haftbefehle erwirkt hatte, konnten die anderen nach ihren Vernehmungen wieder gehen. Am selben Tag stellten die Ermittler zwei komplette und mehrere zerlegte gestohlene Karossen sicher. In einem bei Lüttich gestohlenen BMW 318i machten die Kripobeamten einen ungewöhnlichen Fund: Die Urne mit der Asche des verstorbenen Vaters des Bestohlenen fand sich im Innern des Autos. Das schmerzlich vermisste Gefäß konnte der Familie des Toten bereits zurückgegeben werden.

Die Essener Polizisten hatten dafür gesorgt, dass zeitgleich die belgische Polizei zugriff. In Lüttich und Namur vollstreckten die Kollegen aus dem Beneluxstaat Durchsuchungsbeschlüsse und Haftbefehle gegen Fahrzeugvermittler und Wohnungseinbrecher. Zwölf Männer nahmen die dortigen Beamten fest. Sie gingen alle in Haft. Drei nach Wohnungseinbrüchen gestohlene Autos konnten sichergestellt werden.

Kriminalhauptkommissar Armin Locker, Leiter der Ermittlungskommission: "Die Bande war international tätig. Bisher können wir den Beschuldigten über 30 Fahrzeugdiebstähle oder -unterschlagungen zuordnen. Wir gehen davon aus, dass der Gesamtschaden bei etwa 1,5 Million Euro liegt." Die Ermittlungen dauern an. (LL)

Rückfragen bitte an:
Polizei Essen/ Mülheim an der Ruhr
Pressestelle
Telefon: 0201-829 1065 (außerhalb der Bürodienstzeit 0201-829 7230)
Fax: 0201-829 1069
E-Mail: pressestelle.essen@polizei.nrw.de

 
http://www.facebook.com/PolizeiEssen

Original-Content von: Polizei Essen, übermittelt durch news aktuell
Medieninhalte
2 Dateien

Weitere Meldungen: Polizei Essen

Das könnte Sie auch interessieren: