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POL-BS: Polizeidirektion Braunschweig zieht Bilanz mit der Veröffentlichung der Kriminalstatististik

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Braunschweig (ots) - Die Gefahr, Opfer von Kriminalität zu werden, ist in der Region Braunschweig erneut gesunken. Die Trendwende bei der Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls ist eingeleitet. Dennoch bleiben Wohnungseinbruch und Kraftfahrzeugkriminalität weiterhin die Herausforderungen.

Polizeipräsident Michael Pientka war bei der Präsentation der Kriminalstatistik für 2016 sichtlich erfreut, dass die im letzten Jahr beschriebene Trendwende bei der Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls eingeleitet werden konnte. Die Entwicklung der Fallzahlen im Bereich des Wohnungseinbruchdiebstahls ist seit fünf Jahren erstmals wieder leicht rückläufig. Es ist tatsächlich gelungen, den Aufwärtstrend dieser Fallzahlen zu stoppen. Auch der Rückgang der Gesamtaufklärungsquote konnte gestoppt werden, so ist sie im Jahr 2016 wieder leicht gestiegen. Mit 73.585 erfassten Fällen im Jahre 2016 ist die Anzahl der Straftaten in der Polizeidirektion Braunschweig gegenüber 2015 um 2.680 Fälle rückläufig. Die Aufklärungsquote hat sich im Vergleichszeitraum mit einer leichten Steigerung auf dem Vorjahresniveau stabilisiert (2016=59,54% - 2015=59,34%). Insgesamt konnten 43.813 Straftaten aufgeklärt werden.

Erfreulich ist außerdem, dass das Risiko, in der Region Braunschweig Opfer einer Straftat zu werden, im vergangenen Jahr abermals gesunken ist. Die Kriminalitätshäufigkeit der Region Braunschweig sank im Vergleich zum Vorjahr von 6.798 Straftaten pro 100.000 Einwohner auf 6.491 Straftaten (zum Vergleich Land Niedersachsen: 7.196 im Jahr 2015 / Rückgang auf 7.014 im Jahr 2016) gesunken.

Geprägt ist die Entwicklung der Straftaten von 2015 zu 2016 durch einen Rückgang von Diebstahlsdelikten (Laden-, Taschen-, Fahrraddiebstahl) sowie in den Problembereichen Wohnungseinbruchdiebstahl und Kraftfahrzeugdiebstahl. Zudem sind auch die Vermögens- und Fälschungsdelikte rückläufig.

Der Wohnungseinbruchsdiebstahl gehört mit zu den Delikten, die das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung stark beeinträchtigen und belasten. Vor dem Hintergrund der seit vier Jahren ansteigenden Fallzahlen im Bereich des Wohnungseinbruchsdiebstahls, allein im Jahr 2015 auf 2040 Taten, hat die Polizeidirektion Braunschweig zur Bekämpfung des Wohnungseinbruchsdiebstahls große Anstrengungen unternommen.

In 2016 ist ein ganzheitliches Konzept in den fünf Polizeiinspektionen zwischen Harz und Heide etabliert worden. So richteten alle Inspektionen Ermittlungsgruppen ein, die sich ausschließlich mit der Bekämpfung dieses Phänomens befassen. Parallel gründete die Polizeidirektion Braunschweig eine Koordinierungsstelle Wohnungseinbruchsdiebstahl mit dem Ziel, die Vernetzung von präventiven Maßnahmen, Fahndungen, Ermittlungen und Analysen überregional zu steuern. Alle Maßnahmen sind über Jahre langfristig angelegt.

In der Gesamtheit soll es durch die Bündelung gelingen, den Wohnungseinbruchsdiebstahl nachhaltig zu reduzieren. Erste koordinierte Fahndungsaktionen im Herbst und Winter 2016 sowie die stärkere Vernetzung der Ermittlungen führten im zurückliegenden Jahr zu einer ersten positiven Bilanz in diesem Deliktsfeld. Mit 1.874 registrierten Wohnungseinbrüchen sind letztes Jahr 166 Fälle weniger Wohnungseinbruchtaten verzeichnet.

Polizeipräsident Pientka: "Ich freue mich darüber, dass es uns mit großen Anstrengungen endlich gelungen ist, die Trendwende in der Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls in unserer Region einzuleiten. Der ermutigende leichte Rückgang der Einbruchzahlen zeigt, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden, dass die richtigen Entscheidungen und Maßnahmen getroffen worden sind. Die Zahlen befinden sich immer noch auf einem nicht zu akzeptierenden hohen Niveau. Deshalb werden wir mit unseren Aktivitäten in den nächsten Jahren nicht nachlassen! Noch in diesem Monat werden wir in Wolfsburg sowie in der gesamten Polizeiinspektion Salzgitter-Peine-Wolfenbüttel mit der Prognosesoftware PreMap Informationen zum Kriminalitätsgeschehen in den Streifenwagen bringen. Auf Tablets können unsere Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte vor Ort ein Kriminalitätsradar und Informationen zur Wiederholungs-wahrscheinlichkeit (die sogenannte Near-Repeat-Übersicht) zu den Wohnungseinbrüchen abrufen und ihre Aktivitäten darauf ausrichten."

In Niedersachsen ist die Region Braunschweig zudem ein Brennpunkt für den schweren Kfz-Diebstahl. In 2016 wurden 602 Taten angezeigt. 2015 waren es noch 747 Taten, was einem Rückgang um 145 Fälle entspricht.

Bei der Gewaltkriminalität wie u.a. Mord, Totschlag, Sexual-, Raub- und Körperverletzungsdelikte mussten wir von 2015 auf 2016 einen erneuten Anstieg der Delikte um 230 Fälle auf 2.735 Taten feststellen. Dabei fällt vor allem die steigende Fallzahl bei der schweren und gefährlichen Körperverletzung von 177 Taten ins Gewicht. Bei der genauen Betrachtung der Straftaten gegen das Leben (Mord, Totschlag, fahrlässige Tötung) sind im vergangenen Jahr 72 Fälle verzeichnet, darunter auch 36 Versuchshandlungen. Insgesamt waren es 37 Fälle mehr als im Vorjahr. Die 11 vollendeten Mordfälle konnten dabei mit großen personellen Anstrengungen und intensiver kriminalistischer Arbeit zu 100% aufgeklärt werden.

Sorge bereitet Polizeipräsident Pientka der weitere Anstieg bei der Gewalt gegen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte, d.h. Gewalttaten zu denen der Widerstand gegen Polizeivollzugsbeamte genauso gehört, wie Körperverletzungen, Totschlag- und Mordversuche, Nötigung und Bedrohung. Allein im Jahr 2016 wurden in 447 Fällen 901 Kolleginnen und Kollegen Opfer dieser Taten. 379 von den eingesetzten Beamtinnen und Beamten waren von Körperverletzungen, 473 von Widerstandshandlungen betroffen.

"Wenn man sich diese Zahlen ansieht, fällt auf, dass Übergriffe auf Polizeibeamte an der Tagesordnung sind. Im Laufe des vergangenen Jahres kam es bald täglich zu Straften gegen unsere Kolleginnen und Kollegen. Insgesamt sind etwa ein Drittel der in der Polizeidirektion Braunschweig eingesetzten Beamtinnen und Beamten während der Ausübung ihres Dienstes Opfer geworden. Mir ist es wichtig, dass wir für unsere von Gewalt betroffenen Kolleginnen und Kollegen ein Bündel von Unterstützungsangeboten zur Verfügung stellen können. Sofern sie Hilfe benötigen, schaltet sich unsere "Ansprechpartnerin für Gewalt gegen Polizeibeamte" ein. Sie nimmt Kontakt zum Vorgesetzten und zu den Betroffenen auf und bietet Hilfestellungen und Antworten rund um die Themen Rechtsschutz, Dienstunfall, Ersatz von Sachschäden etc. an. Zudem können wir weitere Hilfestellungen, insbesondere durch unsere "Regionale Beratungsstelle", den kirchlichen Dienst in Polizei und Zoll sowie den Medizinische Dienst der Polizei geben. Mit dem Einsatz von Videotechnik und Bodycams aber auch durch unsere Einsatztrainings verbessern wir den Schutz und die Eigensicherung unserer eingesetzten Beamtinnen und Beamten", so der Polizeipräsident.

Im Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Rückgang um 1406 Fälle auf 13.020 Taten im Jahr 2016 festzustellen. Diese Entwicklung ist u.a. auf den erheblichen Rückgang in den Bereichen Waren- und Warenkreditbetrug sowie Fälle von Beförderungserschleichung zurückzuführen.

Im Bereich "Cybercrime" wurden im vergangen Jahr 3466 Taten (minus 417 Taten) erfasst. Zu diesem Deliktsfeld gehören Straftaten, die mit dem Tatmittel "Internet" begangen werden, wie z.B. der Warenkreditbetrug mit 1603 Taten. Allerdings gibt die Polizeiliche Kriminalstatistik von Cybercrime kein reales Bild wieder, da das Dunkelfeld nach wie vor sehr hoch ist, nur 12% aller Fälle werden angezeigt.

Zufrieden ist Polizeipräsident Pientka über den anhaltend stabilen Abwärtstrend bei der Kinder- und Jugenddelinquenz. Die Anzahl der tatverdächtigen Kinder und Jugendlichen ist gegenüber 2015 um weitere 301 Tatverdächtige nochmals gesunken. "Hier zeigt sich in der Langzeitbetrachtung, dass unsere in der kommunalen Kriminalprävention verankerten Maßnahmen nachhaltig erfolgreich sind. Zum Wohle von Kindern und Jugendlichen werden wir weiterhin auf die gute Zusammenarbeit mit unseren Netzwerkpartnern setzen!", erklärt Pientka.

Zum Thema Kriminalität durch "Flüchtlinge" ist zunächst einmal anzumerken, dass die Polizeiliche Kriminalstatistik keine Definition für den Begriff "Flüchtlinge" ausweist. Anhaltspunkte für eine Flüchtlingseigenschaft könnten jedoch sein, dass die Personen keine deutsche Staatsangehörigkeit und einen der folgenden Aufenthaltsanlässe besitzt: Asylbewerber, Duldung, Kontingent bzw. Bürgerkriegsflüchtling, unerlaubter Aufenthalt. Bei einem derartigen Blick in die polizeiliche Kriminalstatistik werden "Flüchtlinge" anteilig häufiger bei Ladendiebstahl, Erschleichen von Leitungen und Körperverletzungen erfasst. Körperverletzungen werden im Übrigen zur Hälfte untereinander bzw. gegenseitig begangen. Gegenüber 2015 ist auffällig, dass in der Statistik 466 Diebstahlsdelikte weniger aber 204 Warenkreditbetrugstaten mehr ausgewiesen sind.

Während im Jahr 2015 47 Fälle von Sozialleistungsbetrug erfasst wurden, waren es 2016 166 Taten (plus 119 Taten). 2016 wurden 4.824 Straftaten mit tatverdächtigen Flüchtlingen erfasst, 844 Taten mehr als noch 2015.

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