Staatsanwaltschaft Hamburg

STA-HH: 030604-1.StAHH Pressemitteilung

    Hamburg (ots) - Die Pressestelle der Staatsanwaltschaften teilt mit:

    ISION AG - Strafrechtlich relevante Vorgänge beim Verkauf der Aktien an ENERGIS plc (England) im Januar 2001?

    Die Staatsanwaltschaft Hamburg führt aufgrund einer Anzeige der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) vom 17.04.2003 ein Ermittlungsverfahren gegen 7 Beschuldigte wegen des Verdachts des Betruges und des Verstoßes gegen das Börsengesetz im Zusammenhang mit dem Verkauf der Aktien der ISION AG an die in England ansässige ENERGIS plc im Januar 2001.

    Den Beschuldigten wird als verantwortlich Handelnde der ISION AG (Hamburg) vorgeworfen, im Hinblick auf einen angestrebten Verkauf der von der DISTEFORA HOLDING AG (Schweiz) gehaltenen Mehrheitsbeteiligung an der ISION AG an ein ausländisches Unternehmen durch buchhalterische Erfassung von Scheingeschäften die Umsatzzahlen der ISION AG im zweiten bis vierten Quartal 2000 über rund 17 Millionen DM manipuliert und diese Umsatzzahlen zur Grundlage von Ad-hoc-Mitteilungen gemacht zu haben. Aufgrund der sodann herausgegebenen Ad-hoc-Meldungen soll sich der Wert der Aktie der ISION AG entgegen dem Trend am Neuen Markt zumindest stabilisiert haben.

    Es besteht weiter der Verdacht, dass es den Beschuldigten infolge der so entstandenen Marktbewertung der Aktie und des Unternehmens gelang, die Mehrheitsanteile (75 %) an die in England ansässige Firma ENERGIS plc zu einem weit überhöhten Preis von EUR 812 Millionen zu veräußern. Die ENERGIS plc geriet daraufhin in der Folgezeit selbst in Insolvenz. Ein erheblicher Anteil des Gewinns wurde durch eine von der DISTEFORA HOLDING AG am 21.06.2001 beschlossene Ausschüttung einer außerordentlichen Dividende in Höhe von 233 Millionen Schweizer Franken an einzelne Beschuldigte ausgezahlt.

    Im Rahmen dieser Ermittlungen wurden gestern - Dienstag, den 03.06.2003 - insgesamt 24 Durchsuchungsbeschlüsse des Amtsgerichts Hamburg betreffend Geschäfts- und Privaträume im In- und Ausland zum Zwecke der Sicherstellung von Beweismitteln vollstreckt.

    An der Durchsuchung sind mehrere Landeskriminalämter (LKA Hamburg mit ca. 50 Kräften) beteiligt.


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