Staatsanwaltschaft Hamburg

STA-HH: 010108-1.StAHH Pressemitteilung

    Hamburg (ots) -

    Die Pressestelle der Staatsanwaltschaften teilt mit:

    Tod des 19jährigen Achidi J. aus Kamerun (alias: 23jährigen Michael Paul N. aus Nigeria) am 12.12.2001 nach Vomitivmitteleinsatz vom 09.12.2001

    hier: Staatsanwaltschaftliche Ermittlungen abgeschlossen

    Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat die Vorermittlungen betreffend die Todesumstände des Achidi J. (alias: Michael Paul N.) am   27.06.2002 eingestellt und entschieden, dass gegen an dem   Vomitivmitteleinsatz bzw. an den anschließenden Rettungsmaßnahmen   Beteiligte kein förmliches Strafermittlungsverfahren einzuleiten ist.

    Unmittelbar nach Durchführung des Vomitivmitteleinsatzes ist   seitens der Staatsanwaltschaft Hamburg von Amts wegen eine   umfassende Sachverhaltsaufklärung veranlasst worden.

    Im Rahmen dieser Ermittlungen wurden umfängliche   Zeugenvernehmungen durchgeführt und mehrere   Sachverständigengutachten - die letzte gutachterliche Stellungnahme   stammt vom 09.06.2002 - eingeholt. Die Ermittlungen haben zu keinem   Zeitpunkt einen Anfangsverdacht strafbaren Verhaltens Beteiligter   begründet.

    Art und Weise des durchgeführten Vomitivmitteleinsatzes   entsprachen der Gesetzeslage (§ 81 a Strafprozeßordnung) und den   dazu erlassenen Durchführungsvorschriften.

    Die nach der am 13.12.2001 im Institut für Rechtsmedizin der FU   in Berlin durchgeführten Obduktion eingeholten weiteren Gutachten   erbrachten als Todesursache "Hypoxischer Hirntod". Bei den   gutachterlichen Überprüfungen (u. a. durch das Deutsche Herzzentrum   Berlin) konnte zudem geklärt werden, dass der dem Hirntod am   09.12.2001 im Hamburger Institut für Rechtsmedizin vorausgegangene   Kreislaufzusammenbruch auf eine vorbestehende schwere Herzerkrankung des Achidi J. zurückzuführen ist.

    Festgestellt wurde insbesondere, dass die zum   Kreislaufzusammenbruch führende schwere Herzerkrankung angesichts   des Alters und des physischen Erscheinungsbildes des Achidi J. nicht zu erwarten und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit   nicht einmal durch eine ausgedehntere (kardiologische)   Voruntersuchung zu diagnostizieren gewesen wäre.

    Hinsichtlich der am 09.12.2001 im Institut für Rechtsmedizin   durchgeführten Reanimationsmaßnahmen hat der insoweit beauftragte   medizinische Fachgutachter in seiner abschließenden Stellungnahme   vom 09.06.2002 ausgeführt, dass der Eintritt des Todes des Achidi J. mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch dann nicht   vermieden oder zumindest wesentlich verzögert worden wäre, wenn ein   Anästhesist zum Zeitpunkt des Kreislaufzusammenbruchs zugegen   gewesen wäre und sogleich mit den Reanimationsmaßnahmen begonnen   hätte.

    Als Ergebnis der staatsanwaltschaftlichen (Vor-) Ermittlungen -   insbesondere unter Berücksichtigung der gutachterlichen   Stellungnahmen - ist ein strafrechtlich relevantes Verhalten der an   dem Vomitivmitteleinsatz beteiligten Personen somit zu verneinen.


ots-Originaltext: Pressestelle Staatsanwaltschaft Hamburg

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