Landeskriminalamt Baden-Württemberg

LKA-BW: Staatsanwaltschaft Karlsruhe und Landeskriminalamt Baden-Württemberg: Festnahme wegen Verdachts der Beihilfe zur Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat

Stuttgart/Karlsruhe (ots) - Wegen des Verdachts der Beihilfe zur Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat durchsuchten Ermittler des LKA Baden-Württemberg im Auftrag der Staatsanwaltschaft Karlsruhe mit Unterstützung der örtlichen Polizeidienststellen am 3. März 2016 vier Objekte in Berlin und Mannheim. Die Maßnahmen richteten sich gegen einen 33-jährigen aus Mannheim stammenden deutschen Arzt, der aufgrund eines von der Staatsanwaltschaft Karlsruhe erwirkten Haftbefehls von Spezialkräften der Berliner Polizei in seiner Wohnung in Berlin festgenommen wurde. Bei den Durchsuchungen wurden unter anderem eine optische Zieleinrichtung für eine Schusswaffe sowie schriftliche Unterlagen, Mobiltelefone und elektronische Datenträger sichergestellt, die nun analysiert bzw. ausgewertet werden.

Der ehemals in Freiburg/Breisgau wohnhafte Beschuldigte soll einen damals ebenfalls dort wohnenden 24-jährigen Deutschen insbesondere mit Propagandavideos salafistischdschihadistisch beeinflusst und radikalisiert haben. Außerdem soll er ihm militärische Gebrauchsgegenstände beschafft und ihn finanziell unterstützt haben. Nachdem ihm der Beschuldigte ein One-Way-Flugticket gekauft haben soll, reiste der damals 24-Jährige im Oktober 2014 in das syrisch-irakische Krisengebiet aus, um sich dort einer dschihadistischen Miliz anzuschließen. Am 18. Mai 2015 verübte der 24-Jährige für die terroristische Vereinigung "Islamischer Staat" (IS) in der nordirakischen Stadt Baiji einen Selbstmordanschlag, bei dem mindestens zwölf irakische Regierungssoldaten getötet worden sein sollen.

Feststellungen der LKA-Ermittler ergaben, dass der - durch einen Lichtbildabgleich des BKA identifizierte - Selbstmordattentäter geistig eingeschränkt und leicht beeinflussbar war und deshalb unter Betreuung stand. Inwieweit der Beschuldigte diesen aufgrund seiner psychischen Labilität bewusst als späteren Attentäter ausgesucht haben könnte, ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen. Der Beschuldigte wird dem zuständigen Haftrichter am Amtsgericht Karlsruhe vorgeführt.

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