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POL-TUT: "Saison" für Einbrecher / Der Einbrecher nimmt sich durchschnittlich nur drei Minuten Zeit / Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle Freudenstadt ist umgezogen

POL-TUT: "Saison" für Einbrecher / Der Einbrecher nimmt sich durchschnittlich nur drei Minuten Zeit / Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle Freudenstadt ist umgezogen
Kriminalhauptkommissar Uwe Schmid demonstriert, wie leicht es manche Bürger dem Einbrecher mit ungesicherten Fenstern machen. Foto: Polizei

Landkreis Freudenstadt (ots) - Freudenstadt: Mit der dunklen Jahreszeit beginnt auch wieder die Saison für Einbrecher. Im Landkreis Freudenstadt lag die Zahl der Wohnungseinbrüche bei etwa 70 im Jahr 2013. "Jeder Einbruch ist einer zuviel", weiß Kriminalhauptkommissar Uwe Schmid (54), bei der Polizei Freudenstadt seit 13 Jahren in der Kriminalprävention beschäftigt. Schmid ist mit dem Büro der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle wieder von der Hirschkopfstraße ins Polizeigebäude am Marktplatz eingezogen.

Es brauchte keine 20 Sekunden. Da hatte ein Besucher der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle - obwohl in diesem wie in jedem anderen Handwerk eher unbegabt - mit einem "normalen" Schraubenzieher ein handelsübliches Fenster aufgehebelt. Unter Aufsicht der Polizei. Ohne Scherben, ohne Lärm sogar ohne eine Spur am Kunststoff-Rahmen zu hinterlassen. So einfach ist es, in eine fremde Wohnung zu gelangen. "80 Prozent der Einbrüche geschehen durch ebenerdige Fenster oder Kellerfenster", erklärt Uwe Schmid. Haustüren erweisen sich meist stabiler gegen Einbruchsversuche. Die Erfahrung zeigt, dass sich der Einbrecher selbst durchschnittlich maximal drei Minuten Zeit nimmt, um im Privathaus ein Fenster oder eine Tür zu knacken. Dauert es länger, lässt er in der Regel von seinem Vorhaben ab. Mit einfachen und nicht mal teuren Mitteln kann der Bürger dem Einbrecher diese drei Minuten und mehr abverlangen und so sein Hab und Gut schützen. Denn ist der ungebetene Gast erst mal im Haus, in der Wohnung, drin, geht die Suche nach Schmuck und Bargeld meist sehr schnell. Der Einbrecher kennt die "todsicheren" Verstecke von Geld in der Wohnung sehr genau: Im Kleiderschrank, unter der Matratze, im Kühlschrank ...

Aufgebrochene Fenster, durchwühlte Schränke, der Verlust von liebgewordenen Wertsachen, ein Einbruch ist immer belastend. Das weiß Uwe Schmid von vielen Ermittlungen und Beratungen bei Einbruchsopfern. Oft beschäftigt sie das Eindringen in ihre Privatsphäre noch Monate oder Jahre lang, bis sie sich in ihren eigenen Wänden wieder wohl fühlen.

Dabei ist es so leicht, sich zu schützen. Mit ein paar Grundregeln der Sicherheit oder mit technischen Mitteln an Fenstern und Türen. Mit solchen ist Schmid in seiner Beratungsstelle ausgestattet wie ein Einzelhändler. Freilich sind es nur Muster zur Demonstration von Ketten, Riegeln, Gittern, Beschlägen, Pilzkopfzapfen in Kombination mit abschließbaren Fenstergriffen und anderem mehr. Der Kriminalhauptkommissar berät auch am Objekt vor Ort über geeignete und angemessene Sicherheitsmaßnahmen an Türen, Fenstern und Balkonen. Am sinnvollsten und billigsten ist es, das Thema Einbruchsicherheit bereits beim Hausbau oder beim Sanieren zu berücksichtigen.

"Den hundertprozentigen Einbruchschutz gibt es nicht", so der Hauptkommissar, aber man könne das Risiko minimieren. Mit technischen Mitteln. Und mit Aufmerksamkeit in der häuslichen Umgebung bei seltsamen Geräuschen, zwielichtigen Gestalten, die ihren nächsten "Tatort" ausbaldowern, bei windigen Verkaufsverhandlungen an der Haustür oder fingierten Telefonanrufen. Da bittet die Polizei um Mithilfe und schnelle Benachrichtigung. Schmid: "Mehr als ein Drittel aller Einbrüche scheitern durch gut gesicherte Wohnungen oder aufmerksame Nachbarn."

Info:

Die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle ist wieder in das Dienstgebäude der Polizei, Marktplatz 47, umgezogen. Im ersten Obergeschoss können sich Bürger, Häusle- und Wohnungsbesitzer über Sicherheitstechnik an Fenstern und Türen kostenlos informieren. Kostenlose und unverbindliche Beratungen gibt es vor Ort, auch zu anderen Themen der polizeilichen Kriminalprävention. Da Kriminalhauptkommissar Uwe Schmid viel unterwegs ist, bietet sich eine Terminvereinbarung unter Telefon 07441/536 365 oder per E-Mail unter uwe.schmid3@polizei.bwl.de an. Weitergehende Informationen über den Schutz vor ungebetenen Gästen gibt es auch unter www.polizei-beratung.de

Rückfragen bitte an:

Peter Mehler
Polizeipräsidium Tuttlingen
Pressestelle
Telefon: 07461 941-110
E-Mail: tuttlingen.pp.stab.oe@polizei.bwl.de
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