Polizeipräsidium Karlsruhe

POL-KA: (KA)Ettlingen - Dreiste Abzocke über Telefon und Internet

Ettlingen (ots) - Mit neuen Varianten von bereits bekannten Betrugsmaschen sind dreiste Betrüger immer wieder erfolgreich. So wurde bereits Ende Januar eine 68 Jahre alte Frau aus Ettlingen nach Anrufen eines angeblichen Oberstaatsanwaltes bei drei Überweisungen um rund 6.300 Euro erleichtert. In einem völlig anders gelagerten Fall hatten Betrüger eine vom Preis her höchst attraktive, allerdings nicht existente Mietimmobilie in einem gängigen Internetportal eingestellt und wollten am Montagnachmittag von einer Ettlinger Interessentin eine Vorauszahlung in Höhe von 620 Euro, für die erste Monatsmiete nebst Kaution, nach England überwiesen haben. Die 32-jährige reagierte dann genau richtig und wandte sich zunächst an die Ettlinger Polizei, so dass es hier zu keinem Schaden kam.

Im erstgenannten Fall hatte sich vergangenen Mittwochnachmittag (29. Januar) ein angeblicher Oberstaatsanwalt namens Dr. Hess vom Amtsgericht Hamburg bei der 68-Jährigen telefonisch gemeldet, der auch deren Kontonummer einer hiesigen Bank kannte. Bei einem Kontrollrückruf der argwöhnischen Frau unter der hinterlassenen Hamburger Rufnummer meldete sich zunächst eine Dame mit "Amtsgericht Hamburg" und vermittelte das Gespräch auch tatsächlich an den angeblichen Oberstaatsanwalt Dr. Hess weiter. Der auf ein Alter von etwa 50 Jahren geschätzte Mann legte der Angerufenen ausführlich dar, dass ihre Bankdaten jahrelang missbraucht worden seien. Den dafür verantwortlichen Tätern sei man nun in der Türkei auf die Spur gekommen und habe in langwierigen Verhandlungen eine Entschädigung von 17.800 Euro erstreiten können.

Dieser Betrag könne aber erst nach Deutschland gelangen, wenn vorab 11,75 Prozent Bereitstellungsgebühren in die Türkei entrichtet würden. Hierzu müsse die Frau zwei Bareinzahlungen über jeweils 1.990 Euro bei einem Postamt per Geldtransfer an zwei namentlich genannte Personen tätigen, was so auch geschah. Der mutmaßliche Oberstaatsanwalt rief allerdings nach den veranlassten Überweisungen nochmals an und ließ sich die Transaktionsnummern durchgeben. Tags darauf meldete sich der in perfektem Juristendeutsch sprechende Mann erneut. Die Gebühren seien versehentlich bei der Staatsanwaltschaft Hamburg eingegangen, beide Überweisungen müssten wiederholt werden. Den in Aussicht gestellten Betrag von knapp 18.000 Euro werde sie dann wie versprochen tags darauf per Barscheck auf dem Postweg erhalten. So kam es zu einer dritten Überweisung, die Vierte scheiterte nur wegen eines Limits. Mitsamt Transfergebühren kam es damit zu dem beachtlichen Gesamtschaden von über 6.000 Euro.

Die Drahtzieher solcher "Gewinnversprechen" lassen sich immer wieder perfide Maschen einfallen, um an die Ersparnisse der Bürger zu gelangen. Ermittlern gelingt es nicht zuletzt wegen der Verschleierung von Namen, Adressen und Telefonnummern über internationale Wege nur in wenigen Fällen, die Verantwortlichen zu ermitteln. Um solcher Abzocke dennoch Einhalt zu gebieten, setzt die Polizei auf die Prävention. Wichtigster Rat: Niemals sollte bei derartigen Anrufen eine finanzielle Vorleistung erbracht werden. Im Zweifel wird empfohlen, sich vorher mit der nächstgelegenen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen. Weitere Tipps hierzu können im Internet unter www.polizei-beratung.de als Informationsblatt heruntergeladen werden.

Ralf Minet, Pressestelle

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