Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim

POL-EL: Großes Interesse am Fachtag "Häusliche Gewalt"

Das Bild zeigt die Organisatoren der Ausstellung "Angst trifft Mut" und die Referenten zum Fachtag "Häusliche Gewalt".

Lingen (ots) - Begleitend zur Ausstellung "Angst trifft Mut", die noch bis zum 10.12.2014 im Medicus Wesken in Lingen zu sehen ist, hat der Arbeitskreis Häusliche Gewalt - bestehend aus SKM, SKF, Polizei und dem Gleichstellungsbüro der Stadt Lingen - zu einem Fachtag in die Räumlichkeiten des SKM Lingen eingeladen. Der leitende Polizeidirektor Karl-Heinz Brüggemann hob als Leiter der Polizeiinspektion Emsland / Grafschaft Bentheim einleitend die vorbildliche Vernetzung der in Lingen mit dieser Thematik befassten Institutionen hervor. Häufig werde die Beziehung zum Täter nach häuslicher Gewalt nicht abgebrochen. Gerade in diesen Fällen sei das abgestimmte Zusammenwirken von Opferhilfe und Täterberatung von besonderer Bedeutung.

In einem ersten Fachvortrag stellte Frau Deborah Hellmann vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen dar, dass die Anzeigebereitschaft bei häuslicher Gewalt seit 1999 stetig gestiegen sei. Allerdings gehe man aufgrund einer repräsentativen Umfrage aus dem Jahr 2011 von einem sehr großen Dunkelfeld aus, insbesondere bei Gewalt an Männern. Kinder, die Gewalt zwischen den Eltern beobachtet und miterlebt haben, weisen laut Studie ein deutlich erhöhtes Risiko auf, später in Paarbeziehungen selber Gewalt gegenüber der Partnerin oder dem Partner auszuüben. Die Staatsanwältin und Leiterin der Fachstelle Opferschutz im niedersächsischen Justizministerium Dagmar Freudenberg zeigte in einem zweiten Vortrag juristische Besonderheiten bei der Strafverfolgung von häuslicher Gewalt und Stalking auf. Sie begrüßte ausdrücklich die Ausrichtung des Fachtages in Lingen, da ein effektiver Schutz der Opfer nur im Zusammenwirken von Justiz und Beratungseinrichtungen gelingen könne. Die vom Land Niedersachsen finanzierte Arbeit mit den Tätern, die in Lingen seit zwei Jahren vom SKM angeboten wird, ziele darauf ab, nicht zu strafen, sondern durch Einsicht und Veränderung weitere Gewalttaten in den Familien zu verhindern. Melanie Hermes und Tobias Schnieders vom SKM Lingen nutzten die Gelegenheit, den teilnehmenden Fachkräften das Projekt Täterberatung vorzustellen. Gewalttätige Männer reflektieren dort in einem Kurs ihr Verhalten und lernen, partnerschaftliche Konflikte konstruktiv zu lösen. Oftmals fehle bei den Tätern aber zunächst die Bereitschaft zur Teilnahme. Die beiden Gewaltberater baten daher die anwesenden Fachleute aus der Justiz um Unterstützung. Im Rahmen der Strafverfolgung könne der notwendige Druck auf die Täter erzeugt werden. Abschließend stellten sich die Referentinnen gemeinsam mit Vertretern des Amtsgerichts Lingen, der Staatsanwaltschaft Osnabrück, der Polizei und Prof. Dr. Weiner, der als Opferanwalt auch die Schirmherrschaft der Ausstellung "Angst trifft Mut" übernommen hatte, den Fragen der fachkundigen Teilnehmer.

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