Polizeidirektion Osnabrück

POL-OS: Seehund gefunden? Kein Fall für den Notruf!

Bild:Seehundstation Norddeich

Osnabrück/ Norddeich/ Aurich/ Wittmund (ots) - Keine Sorge! Es ist nicht außergewöhnlich, wenn Sie am Strand einen Seehund entdecken - Sie befinden sich in seinem Schlafzimmer. Seehunde werden im Juni/Juli geboren und liegen oftmals kurzzeitig alleine am Strand, während das Muttertier auf Nahrungssuche geht. Es ist ein ganz normaler Vorgang und auch meist kein Grund zur Beunruhigung. In den letzten Wochen gingen jedoch bei der gemeinsamen Leitstelle von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten in Wittmund eine Vielzahl an "Notrufen" über 110 bzw. 112 ein. Teilweise sind hier 5-6 Anrufe pro Tag und Tier zu verzeichnen. Die meisten von ihnen sind aber keine wirklichen Notfälle gewesen, sondern lediglich Meldungen über mutmaßlich verwaiste junge Seehunde (Heuler). Die vermeintlichen Heuler werden oftmals von besorgten Touristen gemeldet. "Hier liegt ein Seehund am Strand, ich habe Angst, er könnte austrocknen" oder "der Seehund scheint krank zu sein, er hat ganz glasige Augen."

"Sie sollten beim Fund eines Seehundes Ruhe bewahren und die zuständige Seehundsta-tion anrufen. Die Notrufnummern in diesen Fällen bitte nicht benutzen, da hierdurch die Telefonleitungen der Leitstelle belegt werden", so Sarah Gebbiken, Pressesprecherin der Polizeidirektion Osnabrück.

Die Meldung über die Notrufzentrale ist in diesem Fall sogar ein Umweg, denn ein Fund von Meeressäugern muss an die zuständige Koordinierungsstelle, die Seehundstation Nationalpark-Haus in Norden-Norddeich weitergeben werden. Von dort wird der Einsatz der ehrenamtlichen Wattenjagdaufseher organisiert. Diese speziell geschulten Mitarbeiter überprüfen, ob ein Tier tatsächlich Hilfe braucht oder ob die Chance besteht, dass Mutter und Jungtier wieder Kontakt zueinander aufnehmen können. Wie bei "menschlichen" Notrufen auch, ist es auch bei solchen "tierischen" Einsätzen wichtig, dass Schaulustige sich möglichst vom Ort des Geschehens entfernen. "Herum-stehende Menschen beunruhigen die Tiere nur und verhindern im Zweifel, dass die Mutter sich ihrem Jungtier wieder annähern kann", sagt Dr. Peter Lienau, Leiter der Seehundsta-tion Nationalpark-Haus in Norddeich. Beachten Sie: Nicht jedes Tier ist auf Hilfe angewiesen! Deswegen muss jeder Fund indi-viduell geprüft werden! Im Notfall ist der Fund eines Heulers der Seehundstation in Nord-deich unter 04931-973330 zu melden. Seehunde sind Wildtiere, letztlich kann nur ein ge-schulter Mitarbeiter der Seehundstation beurteilen, ob das Tier wirklich Hilfe benötigt.

Verhalten beim Fund eines vermeintlich verwaisten Jungtieres(Heulers)

   - Abstand halten (300 m).
   - Nicht anfassen.
   - Fundort verlassen, damit die Mutter ggf. Kontakt zum Jungtier 
     aufnehmen kann.
   - Das Tier muss nicht bewacht werden.
   - Im Notfall melden Sie den Fund der Seehundstation unter 
     04931-973330.
   - Die Seehundstation prüft, ob es sich um einen Heuler handelt. 

Achtung: Ab jetzt sind die Tiere in freier Wildbahn bereits auf dem Weg in die Selbststän-digkeit! Die meisten Seehunde werden im Juni geboren. Da sie nach nur vier bis sechs Wochen Säugezeit selbstständig und alleine überlebensfähig sind, brauchen die Tiere, wenn sie keine offensichtlichen Verletzungen haben, in der Regel ab Ende Juli keine menschliche Hilfe mehr!

Rückfragen bitte an:

Polizeidirektion Osnabrück
Pressestelle
Sarah Gebbiken
Telefon: 0541/327-1034
E-Mail: pressestelle@pd-os.polizei.niedersachsen.de
http://www.pd-os.polizei-nds.de

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