Polizeipressestelle Rhein-Erft-Kreis

POL-REK: Überörtlich tätige Bande gefasst

Rhein-Erft-Kreis/NRW (ots) - Sechs Personen wurden gestern Morgen (26. Mai) gegen 06.10 Uhr auf Betreiben der Kriminalpolizei des Rhein-Erft-Kreises in Köln festgenommen. Auf das Konto der Bande gehen zahlreiche Straftaten, vom Menschenhandel bis zum einfachen Diebstahl. Fünf der Festgenommenen wurden von der Haftrichterin in Untersuchungshaft geschickt!

Dies ist das vorläufige Ermittlungsergebnis, das in Absprache mit der Staatsanwaltschaft Köln und der Bundespolizeiinspektion Köln bekannt gegeben wird. Zur Chronologie:

Bei der Direktion Kriminalität in Hürth wurde Ende 2007 eine Ermittlungskommission mit dem Namen "EK Rot" eingerichtet. Die Beamten hatten die Aufgabe, Metalldiebstähle, namentlich Buntmetalldiebstähle im Umfang von mehreren Tonnen, aufzuklären. Den Ermittlern fiel rasch auf, dass sie gegen eine Gruppe von Tätern agierten, die über den Rhein-Erft-Kreis hinaus ihr Unwesen trieb. Aus diesem Grunde wurde der Direktion Kriminalität vom Innenministerium die zentrale Bearbeitungszuständigkeit für die Polizei in Nordrhein-Westfalen übertragen.

Nach Auswertung der vorliegenden Informationen und den Erkenntnissen zu einer Tätergruppe, erließ eine Richterin vom Amtsgericht Köln letzte Woche Haftbefehl gegen vier Personen. Diese Personen hatten sich letztes Wochenende zu einer weiteren Tat entschlossen. Zunächst versuchten die Täter in Hennef (Sieg) einen LKW zu stehlen, der zum Abtransport der tonnenschweren Beute dienen sollte. Das taten sie immer vor ihren Taten. Dieser Versuch misslang. Sie ließen sich aber nicht von ihrem Vorhaben abhalten.

Sie fuhren weiter nach Kroppach im Westerwald. Dort stahlen sie einen 7,5-Tonner mit Hebebühne. Anschließend setzten sie ihre Fahrt in Richtung Rosenheim im Westerwald fort. Aus einer Lagerhalle entwendeten sie 16 Rollen Kupfer à 200 Kilogramm. Außerdem Kupferrohre, alles in allem ein Gewicht von mehr als sechs Tonnen. Die schweren Rollen mussten von ihnen per Hand zum LKW gerollt werden. Dort bedienten sie zur Verladung die Hebebühne des gestohlenen LKW.

Sie fuhren direkt zum Verwerter nach Köln. Dieser hatte im Vorfeld von den Tätern erfahren, dass sie am Montagmorgen gegen 06.00 Uhr die Ware anliefern werden.

In Köln erwartete sie die Polizei mit Haftbefehlen. Vor den Toren eines Schrotthandels erfolgte der Zugriff durch eine Spezialeinheit des Polizeipräsidenten Köln.

In der Folge wurden weitere 15 Objekte durchsucht. Gegen 17 Personen wird derzeit ermittelt. Fünf Männer im Alter von 25 - 50 Jahren befinden sich in Untersuchungshaft. Der Kopf der Bande ist unter den festgenommenen Personen. Es ist ein 50-jähriger Serbe mit Wohnsitz in Belgien. Er reist nur zu den Taten an und koordiniert die Handlungen vom Ausland aus.

Die Täter sind von deutscher, türkischer, albanischer und serbischer Herkunft oder/und Staatsangehörigkeit.

Ermittelt wird gegen die Bande nicht nur wegen schweren Bandendiebstahls, mit der Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr. Auch wegen Menschenhandels, Diebstählen, BTM-Delikten und Kfz-Verschiebungen werden die Ermittlungen noch einige Zeit andauern.

Bei einer bereits erfolgten Durchsuchung des Geländes eines Hehlers wurde Diebesgut festgestellt, das zum Nachteil der Deutschen Bahn gestohlen wurde. In diesem Zusammenhang hatte die Bundespolizei bereits im Vorfeld eine eigene Ermittlungskommission mit dem Namen "EK Kabel" eingerichtet. Damals waren bei dem Kölner Schrotthändler circa 8,5 Tonnen Buntmetall aufgefunden und sichergestellt worden.

Gestern wurden in Hürth bei einer Durchsuchung 500 Kilogramm Buntmetall sichergestellt, davon sogar circa 300 Kilogramm Neuware, die nach ersten Erkenntnissen von anwesenden DB-Mitarbeitern aus zurückliegenden Lagerdiebstählen stammen soll. Es handelt sich in beiden Fällen um spezielle Bauteile aus Kupfer beziehungsweise mit hohem Buntmetallanteil, die für den Bau von Oberleitungen der Eisenbahnstrecken verwendet werden und in dieser Form nur für die Deutsche Bahn AG (DB AG) hergestellt werden. Unter den oben genannten Metallteilen waren auch Erdungskabel für Schallschutzwände, die ebenfalls nicht im freien Handel erhältlich sind.

Normalerweise wird das Altmetall der DB AG über Ausschreibungsverfahren an den meistbietenden Händler mit entsprechenden Herkunftsnachweisen abgegeben. Von den gestern gefundenen Bauteilen waren übrigens etwa 300 Kilogramm Neuware, die nach ersten Erkenntnissen von anwesenden DB-Mitarbeitern aus zurückliegenden Lagerdiebstählen stammen sollen.

Dass die Täter vor nichts zurückschrecken, zeigt der Fund von drei Granaten, die teilweise noch funktionstüchtig waren und erhebliche Schäden hätten verursachen können. Die Granaten wurden dem Kampfmittelräumdienst übergeben und eine Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Kriegsmittelkontrollgesetzt wird von der Bundespolizei vorgelegt.

Beide Ermittlungskommissionen "Kabel" und "Rot" arbeiten unter dem Dach der Staatsanwaltschaft Köln. Die zuständige Staatsanwältin führt die Verfahren gegen die Festgenommenen vom einem Schreibtisch aus, ein Beispiel der guten Zusammenarbeit der beteiligten Behörden.

Über die Ergebnisse der laufenden Ermittlungen wird zeitgerecht berichtet.

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